Storchenkind von Fridolin und Mai auf dem Weg in den Süden

Gute Nachrichten aus dem NABU-Artenschutzzentrum Leiferde: Das Storchenkind von Fridolin und Mai hat sich wahrscheinlich bereits auf den Weg in den Süden gemacht.

 

 

 

Erste Flugversuche unter schwierigen Bedingungen

 

Die letzten Wochen waren für das Storchenkind eine intensive Lernphase. Unter der Anleitung seiner erfahrenen Eltern übte der junge Storch das Fliegen und die Nahrungssuche. "Das Lernen des Fliegens ist anstrengend und manchmal frustrierend. Besonders Windböen stellen eine große Herausforderung dar", berichtet Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums. "Es ist beeindruckend zu sehen, wie hartnäckig der junge Storch war, um trotz der schwierigen Bedingungen sicher in seinem Nest zu landen."

 

 

 

Die Bedeutung elterlicher Anleitung

 

In den letzten Wochen begleitete das Storchenkind seine Eltern auf lehrreiche Ausflügen in die Nahrungsgebiete.Auch wenn der Jungstorch alleine durch die Wiesen streifte, hatten die Eltern immer ein wachsames Auge auf ihn. "Je erfahrener die Eltern und je optimaler das Revier, desto besser sind die Überlebenschancen der Jungstörche", fügt Rogoschik hinzu.

 

 

 

Gefahren durch Windböen

 

Trotz der Fürsorge der Eltern bleibt der Wind eine ernstzunehmende Bedrohung für junge Störche. "Windböen können die unerfahrenen Flieger aus der Bahn werfen, was dazu führen kann, dass sie ihr Nest verfehlen und unsanft landen oder gegen Hindernisse prallen und sich verletzten", warnt Rogoschik. "Glücklicherweise haben die Störche in Leiferde genug Platz, um ihre Flugversuche zu wiederholen und sicher zu landen."

 

 

 

Das NABU-Artenschutzzentrum hat im Sommer täglich von 9 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. NABU-Mitglieder und Förderkreismitglieder des Zentrums haben freien Eintritt. Alle anderen zahlen eine kleine Gebühr, die zur Pflege der Tiere im Zentrum verwendet wird.

 

Im Reich der fliegenden Juwelen

Exkursion

 

 

 

Am Sonntag, den 7. Juli 2024 bietet das NABU-Artenschutzzentrum von 9.00 bis 11.00 Uhr, eine Exkursion ins Feuchtgebiet Viehmoor an, wobei der Schwerpunkt auf den im Exkursionsgebiet vorkommenden Libellenarten liegen wird. Neben der Vermittlung zahlreicher Informationen zur Lebensweise der „fliegenden Juwelen“ sollen vor allem verschiedene Exemplare aufgespürt und mit fachkundiger Unterstützung bestimmt werden. Mit etwas Glück können auch seltene Arten wie z.B. verschiedene Moosjungfern oder auch die Kleine Mosaikjungfer beobachtet werden.

 

Exkursionsort wird das etwa 36 ha große Teichgebiet des Naturschutzgebietes Viehmoor sein, welches aufgrund seiner geringen Wassertiefe und strukturreichen Verlandungsbereiche einen hervorragenden Lebensraum für Libellen darstellt.

 

Wer Interesse an dieser etwa zweistündigen Exkursion hat, sollte sich bis Freitag 10.00 Uhr 5.7.2024, vormittags unter Tel. 05373/6677 oder per Mail unter: artenschutz@nabuzentrum-leiferde.de anmelden.

 

Treffpunkt ist um 9.00 Uhr auf dem Parkplatz im Viehmoor. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, festes Schuhwerk und, sofern vorhanden, ein Fernglas sollten mitgebracht werden. Die Kosten liegen bei 8,00 Euro für Erwachsene, 5,00 Euro für Kinder und 15,00 Euro für Familien.

 

 

 


 


Willkommen im NABU-Artenschutzzentrum

Für Mensch und Natur

Ansicht des NABU-Artenschutzzentrums von der Straße kommend
Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde

 

Durch menschlichen Einfluss verunglücken täglich Wildtiere in großer Zahl. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nimmt dies als ethische Verpflichtung und hat mit dem NABU - Artenschutzzentrum Leiferde, im Landkreis Gifhorn gelegen, eine Einrichtung geschaffen, die wirkungsvoll helfen kann.

 

Das Zentrum wurde 1980 auf dem Gelände einer alten Molkerei gegründet, dessen Hauptziel es ist, hilfsbedürftige einheimische Wildtiere, hauptsächlich Vögel, zu pflegen und so schnell wie möglich geheilt in ihre natürlichen Lebensräume zu entlassen. Nicht alle überleben die Folgen eines Unfalls und können wieder ausgewildert werden. Diejenigen, bei denen keine Auswilderung mehr möglich ist, werden an öffentliche Einrichtungen weitervermittelt oder bleiben als "Dauergast" in Leiferde. Die Funktion als Betreuungsstation für Wildtiere umfasst auch die Aufgaben einer staatlich anerkannten zentralen Storchenpflegestation für Niedersachsen.

 

Darüber hinaus nimmt das NABU - Artenschutzzentrum exotische Wildtiere wie z.B. Papageien, Schildkröten und Schlangen auf, die wegen Verstoßes gegen die Artenschutz- oder Tierschutzgesetzgebung behördlich beschlagnahmt worden sind. Förderung für diese Aufgaben erhält das NABU-Artenschutzzentrum als anerkannte Betreuungsstation, vom Land Niedersachsen, vertreten durch das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz).

Insgesamt wurden im letzten Jahr über 4.185 Tiere im Artenschutzzentrum in 198 Arten gepflegt. Das bedeutet für die Mitarbeiter, dass rein rechnerisch ca. alle 2:06 Stunden, Tag und Nacht, Sonn- oder Feiertag ein neuer Pflegling aufgenommen wird.

 

Um die Bevölkerung für den Naturschutz zu sensibilisieren, erhält die umweltpädagogische Arbeit des NABU - Artenschutzzentrums zunehmende Bedeutung. Täglich werden hier Auskünfte erbeten, Materialien angefordert und Kontakte vermittelt. Für Besucher aus ganz Deutschland ist das NABU - Artenschutzzentrum ein beliebtes Ausflugsziel geworden.