Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde lädt Kinder bis 14 Jahre in den diesjährigen Sommerferien zur Teilnahme an einem Malwettbewerb ein. Unter dem Motto „So bunt ist der Artenschutz“ wird es spannend sein zu erfahren, wie Kinder das Zentrum und die dort gepflegten Tiere sehen.
Wer nicht weiß, womit sich das NABU-Artenschutzzentrum beschäftigt und welche Tiere dort momentan gepflegt werden, kann täglich das Freigelände, dass in der Sommerzeit von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet ist, besuchen. Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene vier Euro, Kinder zwei Euro und Familien neun Euro. Mitglieder des NABU oder des Förderkreises des NABU-Artenschutzzentrums haben mit ihrem Ausweis freien Eintritt.
Der Malwettbewerb richtet sich an alle Kinder bis 14 Jahre. Die jeweils drei kreativsten Werke werden aus zwei Gruppen (unter sechs Jahre und über sechs Jahre) ausgewählt und erhalten einen Preis.
Einsendeschluss ist der 12. August 2026. Die Bilder (Größe DIN A4) können per Post an das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, Hauptstraße 20, 38542 Leiferde gesendet oder vor Ort abgegeben werden. Bitte nicht den Namen, das Alter und eine Kontaktmöglichkeit vergessen.
Mit der Teilnahme am Wettbewerb wird zugestimmt, dass die eingereichten Bilder mit Angabe des Vornamens und Alters im Artenschutzzentrum ausgestellt, sowie in Druck- und Onlinemedien veröffentlicht werden dürfen. Alle weiteren Kontaktdaten dienen ausschließlich der Gewinnbenachrichtigung durch das Artenschutzzentrum.
Das Telefon klingelt fast durchgängig. Im Hof vor der Tierannahme stehen Familien, Paare oder Einzelpersonen. Alle haben einen kleinen Karton in der Hand, den sie sehr vorsichtig vor sich hertragen. Auf dem Parkplatz gibt es ein Kommen und Gehen.
An der Tierannahme des NABU-Artenschutzzentrums ist eine gewisse Anspannung zu spüren. Kartons werden entgegengenommen, Karteikarten ausgefüllt, Neuzugänge auf ihren Gesundheitszustand beurteilt.
Im Aufzuchtraum dann der Hochbetrieb: Füttern, füttern, füttern, den ganzen Tag lang bei Temperaturen wie in der Sauna.
„Das geht seit vielen Tagen so“, berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum. „Die letzten drei Tage war es jedoch besonders schlimm. Es mussten 275 Neuzugänge aufgenommen werden“. 99 Prozent Jungtiere, die fast alle von der großen Hitze betroffen waren. Die Hälfte der Neuzugänge setzen sich aus Mauerseglern und Mehlschwalben zusammen, die als Dachbewohner unter den Dachpfannen bzw. am Haus ihre Nester haben.
Die noch nicht flugfähigen Jungtiere haben es in der Gluthitze nicht ausgehalten und sind mit letzter Kraft aus dem Nest geklettert. Wenn Sie Glück hatten, sind sie nicht auf einem Betonboden gelandet, sondern wurden noch lebend gefunden und ins NABU-Artenschutzzentrum gebracht. „Unsere Mitarbeiter haben Unglaubliches geleistet“, berichtet Rogoschik weiter, „und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Daher können wir durch die Vielzahl an Pfleglingen zurzeit nur noch die akuten Notfälle aufnehmen. Wir hoffen alle, dass jetzt der Hitzepeak vorbei ist und wir in den nächsten Wochen die Unmengen an Vögeln großziehen können, um sie letztendlich auszuwildern“.
Durch menschlichen Einfluss verunglücken täglich Wildtiere in großer Zahl. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nimmt dies als ethische Verpflichtung und hat mit dem NABU - Artenschutzzentrum Leiferde, im Landkreis Gifhorn gelegen, eine Einrichtung geschaffen, die wirkungsvoll helfen kann.
Das Zentrum wurde 1980 auf dem Gelände einer alten Molkerei gegründet, dessen Hauptziel es ist, hilfsbedürftige einheimische Wildtiere, hauptsächlich Vögel, zu pflegen und so schnell wie möglich geheilt in ihre natürlichen Lebensräume zu entlassen. Nicht alle überleben die Folgen eines Unfalls und können wieder ausgewildert werden. Diejenigen, bei denen keine Auswilderung mehr möglich ist, werden an öffentliche Einrichtungen weitervermittelt oder bleiben als "Dauergast" in Leiferde. Die Funktion als Betreuungsstation für Wildtiere umfasst auch die Aufgaben einer staatlich anerkannten zentralen Storchenpflegestation für Niedersachsen.
Darüber hinaus nimmt das NABU - Artenschutzzentrum exotische Wildtiere wie z.B. Papageien, Schildkröten und Schlangen auf, die wegen Verstoßes gegen die Artenschutz- oder Tierschutzgesetzgebung behördlich beschlagnahmt worden sind. Förderung für diese Aufgaben erhält das NABU-Artenschutzzentrum als anerkannte Betreuungsstation, vom Land Niedersachsen, vertreten durch das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz).
Insgesamt wurden im letzten Jahr über 4.185 Tiere im Artenschutzzentrum in 198 Arten gepflegt. Das bedeutet für die Mitarbeiter, dass rein rechnerisch ca. alle 2:06 Stunden, Tag und Nacht, Sonn- oder Feiertag ein neuer Pflegling aufgenommen wird.
Um die Bevölkerung für den Naturschutz zu sensibilisieren, erhält die umweltpädagogische Arbeit des NABU - Artenschutzzentrums zunehmende Bedeutung. Täglich werden hier Auskünfte erbeten, Materialien angefordert und Kontakte vermittelt. Für Besucher aus ganz Deutschland ist das NABU - Artenschutzzentrum ein beliebtes Ausflugsziel geworden.