Auf den Spuren von Batman und Co.

 Fledermausnachtwanderung   

  

Wer hat große Ohren, fliegt mit den Händen und schläft mit dem Kopf nach unten hängend? Wie orientieren sich Fledermäuse in der Dunkelheit und wovon ernähren sie sich? Diesen Fragen und noch vielen anderen zum Thema Fledermaus wird auf der Exkursion in das Viehmoor am Freitag, den 24. Juni 2024 von 21.15 Uhr bis 23.45 Uhr nachgegangen.

 

24 Fledermausarten kommen in Deutschland vor, wovon viele mittlerweile in ihrem Bestand, unter anderem durch akuten Insektenschwund, bedroht sind. So vertilgt zum Beispiel eine Wasserfledermaus bis zu 1.000 Mücken je Nacht. Mit Hilfe von BAT-Detektoren werden verschiedene Fledermausarten zu unterscheiden sein. Zugleich erhalten die Teilnehmer Informationen darüber, wie man selbst zum Erhalt dieser sehr interessanten Tiergruppe beitragen kann.

 

Die Fledermausnachtwanderung beginnt um 21.15 Uhr im NABU-Artenschutz­zentrum Leiferde mit einer Einführung in das Thema und wird im Viehmoor als Exkursion fortgesetzt.

 

Eine Anmeldung bis zum 20. Juni unter Tel. 05373-6677 oder per Mail unter: artenschutz@nabuzentrum-leiferde.de ist verpflichtend.

Des Weiteren sind eine Taschenlampe, lange Hosen und festes Schuhwerk hilfreich. 

Es entsteht ein Unkostenbeitrag von 5,- € pro Kind und 9,- € pro Erwachsenen.

 

Hände weg von Nistkästen! In der Brutzeit sind zum Schutz der Küken alle Nester und Nistkästen für Menschen tabu!

Zurzeit erreichen die Betreuungsstationen vermehrt Anrufe von besorgten Vogelfreunden, dass die Altvögel über einen längeren Zeitraum den Nistkasten nicht mehr angeflogen haben. Auch Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde bestätigt diesen Trend. Sogar ganze Kästen mitsamt Jungvögeln wurden von besorgten Gartenbesitzern schon abgeschraubt und in die Auffangstation gebracht. Dass die Altvögel nicht durchgehend beobachtet werden können ist aber kein Grund zur Sorge und erst recht keine Rechtfertigung die Kästen zu öffnen.

 

Die Fütterung durch die Altvögel dauert nur wenige Sekunden, sodass man sie schnell verpasst. Fühlen die Vogeleltern sich durch Menschen beobachtet unterbrechen sie die Fütterung absichtlich, um den Brutplatz nicht an potenzielle Bruträuber zu verraten. Die Kästen werden auch nicht durchgehend angeflogen – auch die Altvögel brauchen schließlich mal eine Pause. Feste Fütterungsintervalle gibt es auch nicht, je nach Alter der Jungvögel verlängert sich der Abstand der Fütterungen, bis die Altvögel die flüggen Jungvögel mit Futter aus dem Kasten locken.

 

Letztendlich ist das Öffnen von Nistkästen während der Brutzeit sogar verboten! Denn die Singvögel sind durch das Bundesnaturschutzgesetzt geschützt und auch Störungen an ihren Brutstätten sind streng verboten. Und das aus gutem Grund. Jede Art von Störung kann dazu führen, dass die Altvögel ihre Brut aufgeben. Somit hilft man den Jungvögeln nicht, sondern führt zwangsläufig ihren Tod herbei.

 

Es ist übrigens normal und entspricht den natürlichen Verhältnissen, dass nicht immer alle Vogelküken groß werden. Das Gelege einer Blaumeise kann bis zu 15 Eier umfassen. So viele Jungvögel werden aber selten den Kasten verlassen. Der Bruterfolg ist stark vom Nahrungsangebot und damit auch von der Witterung während der Aufzucht abhängig. Haben Jungvögel den Kasten oder das Nest verlassen, sind sie in den ersten Tagen noch nicht voll flugfähig und leichte Beute für verschiedene Beutegreifer. Katzen und Hunde sollten deshalb zu dieser Zeit nicht unbeaufsichtigt in den Garten gelassen werden. In der freien Landschaft gilt für Hunde die Leinenpflicht! Gesunde Jungvögel einzusammeln ist aber genauso verboten wie die Störung am Nistkasten. Sie werden von den Vogeleltern auch außerhalb des Nestes versorgt und müssen die Chance haben auf natürliche Weise Selbstständig zu werden.

 

Unser Appell lautet deswegen: Finger weg von Nistkästen und Jungvögeln!

 

Bei Fragen wenden Sie sich gern telefonisch oder per Mail an ihre nächstliegende Betreuungsstation oder an das NABU-Artenschutzzentrum unter artenschutz@nabuzentrum-leiferde.de.

 


Willkommen im NABU-Artenschutzzentrum

Für Mensch und Natur

Ansicht des NABU-Artenschutzzentrums von der Straße kommend
Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde

 

Durch menschlichen Einfluss verunglücken täglich Wildtiere in großer Zahl. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nimmt dies als ethische Verpflichtung und hat mit dem NABU - Artenschutzzentrum Leiferde, im Landkreis Gifhorn gelegen, eine Einrichtung geschaffen, die wirkungsvoll helfen kann.

 

Das Zentrum wurde 1980 auf dem Gelände einer alten Molkerei gegründet, dessen Hauptziel es ist, hilfsbedürftige einheimische Wildtiere, hauptsächlich Vögel, zu pflegen und so schnell wie möglich geheilt in ihre natürlichen Lebensräume zu entlassen. Nicht alle überleben die Folgen eines Unfalls und können wieder ausgewildert werden. Diejenigen, bei denen keine Auswilderung mehr möglich ist, werden an öffentliche Einrichtungen weitervermittelt oder bleiben als "Dauergast" in Leiferde. Die Funktion als Betreuungsstation für Wildtiere umfasst auch die Aufgaben einer staatlich anerkannten zentralen Storchenpflegestation für Niedersachsen.

 

Darüber hinaus nimmt das NABU - Artenschutzzentrum exotische Wildtiere wie z.B. Papageien, Schildkröten und Schlangen auf, die wegen Verstoßes gegen die Artenschutz- oder Tierschutzgesetzgebung behördlich beschlagnahmt worden sind. Förderung für diese Aufgaben erhält das NABU-Artenschutzzentrum als anerkannte Betreuungsstation, vom Land Niedersachsen, vertreten durch das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz).

Insgesamt wurden im letzten Jahr über 4.185 Tiere im Artenschutzzentrum in 198 Arten gepflegt. Das bedeutet für die Mitarbeiter, dass rein rechnerisch ca. alle 2:06 Stunden, Tag und Nacht, Sonn- oder Feiertag ein neuer Pflegling aufgenommen wird.

 

Um die Bevölkerung für den Naturschutz zu sensibilisieren, erhält die umweltpädagogische Arbeit des NABU - Artenschutzzentrums zunehmende Bedeutung. Täglich werden hier Auskünfte erbeten, Materialien angefordert und Kontakte vermittelt. Für Besucher aus ganz Deutschland ist das NABU - Artenschutzzentrum ein beliebtes Ausflugsziel geworden.