Venezuelaamazonen im NABU-Artenschutzzentrum

 

Die im NABU-Artenschutzzentrum gehaltenen Venezuela-Amazonen stammen aus einer Einziehung, auf Grund eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Tiere wurden sich selbst in einem „Standartkäfig“ überlassen und mehrere Tage nicht versorgt, da ein/e BesitzerInn abwesend war.

  

Die Haltung von z.B. Amazonen in Käfigen deren Größe 65 x 44 x 74cm (L x B x H) betragen, ist abzulehnen. Die bewegungsfreudigen Vögel klettern, nagen, baden und fliegen gerne. Daher sollte immer eine Außenvoliere mit einem angeschlossenen warmen Innenteil zur Verfügung stehen. Die Einzelhaltung einer Amazone ist ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

 

Grade die Überschwemmung des Marktes mit handaufgezogenen Papageien, die als potentielle Problemvögel einzustufen sind, ist aus Tierschutzsicht komplett abzulehnen.

 

  

Wussten Sie?

 

Venezuela-Amazonen wurden Mitte des 18. Jahrhunderts vom schwedischen Biologen Carl von Linné erstmals beschrieben. Der Gattungsname Amazona wurde im Jahr 1830 vom französischen Naturforscher René Primevère Lesson eingeführt.

 

Die Venezuela-Amazone bewohnt sowohl Wälder als auch Feuchtgebieten und savannenartigen Landschaften im tropischen Südamerika, von Kolumbien, Trinidad und Tobago südlich bis Peru und Zentralbrasilien.

 

Die tagaktiven Vögel ziehen paarweise oder in kleinen Gruppen bis hin zu größeren Schwärmen umher und werden auch mit anderen Amazonenarten zusammen im Freiland angetroffen.

 

 Die Art ist besonders in den Morgen- und Abendstunden sehr ruffreudig.

 

 Neben Früchten, Nüssen, Knospen und Blüten fressen sie auch kleinere Sämereien - selbst harte Nüsse können mit ihren starken Schnäbeln geöffnet werden.

 

Menschen und Venezuelaamazonen

 

Trotz abnehmenden Beständen gehört die Venezuela-Amazone, wie 2018 letztmals festgestellt wurde, nicht zu den gefährdeten Arten, da sie eine sehr weite Verbreitung hat und der Rückgang der Bestände noch kein kritisches Ausmaß erreicht hat. Die IUCN stuft sie als „nicht gefährdet“ ein. Die Vögel sind weltweit geschützt und dürfen ohne Genehmigung weder aus- noch eingeführt werden.

 

Sie werden oft als landwirtschaftliche Schädlinge gesehen und entsprechend abgeschossen, für den Tierhandel verfolgt (zwischen 2001 und 2018 meldeten die Ursprungsländer die Ausfuhr von über 92.000 Vögeln) und auch als Nahrungsquelle gejagt.

 

Die Art gehört neben den Blaustirnamazonen und den Gelbscheitelamazonen zu den am häufigsten in menschlicher Obhut gehaltenen Amazonenarten.

 

 Es gibt freilebende Kolonien in der Gegend von Miami, Florida, und auch London, England. Auch in einigen Städten Deutschlands sind freilebende Exemplare aufgetreten (z.B. im Schlosspark am Wiesbadener Rheinufer), die sich aber nicht vermehren. Leider kann es bei sehr kalten Temperaturen zu Erfrierungen bei den Tieren kommen.

 

Buchempfehlung

Werner Lantermann: Amazonenpapageien

 

Amazonenpapageien gehören zu den Charaktervögeln Süd- und Mittelamerikas und sind in 31 Arten von Mexiko im Norden bis Argentinien im Süden und von Ekuador im Westen bis zu den karibischen Inseln im Osten verbreitet.

Allen gemeinsam ist ein schier aussichtsloser Überlebenskampf aufgrund von weit reichender Lebensraumzerstörung einerseits und dem zeitweise ausufernden Tierfang und-handel andererseits. In der Folge gehört die Gattung der Amazonenpapageien nach den Kriterien der IUCN und des WA mit zu den bedrohtesten Vogelgruppender Welt. Allein 16 Arten sind mittlerweile im Anhang I/A des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgeführt. 

Das Buch fasst den Kenntnisstand über diese Papageien zusammen. Neben einer ausführlichen Einführung in die Biologie, Ökologie, Ethologie und den Status von Amazonen geht der Verfasser aus jahrelanger eigener Praxis auch ausführlich auf die artgemäße Pflege und Erhaltungszucht von Amazonen ein.

 

Möchten Sie uns helfen?

Hier finden Sie mehr Information dazu:   https://www.nabuzentrum-leiferde.de/helfen/