Weißstörche

Schon seit Gründung der Station vor 40 Jahren, zählen Weißstörche zu den Pfleglingen des Zentrums.

Mittlerweile wurden über 400 Weißstörche von hier ausgewildert.

 

 

Storchenrückmeldungen aus dem Jahr 2020

 

Die für das Freiland hergestellten Vogelringe kommen in Nordwestdeutschland von der Vogelwarte Helgoland mit Sitz in Wilhelmshaven. Diese stellt ehrenamtlichen Beringern als auch den Betreuungsstationen des Landes Ringe zur Verfügung, um Informationen über den Verbleib, das Zugverhalten oder das Alter von Vögeln zu erhalten. Es handelt sich dabei meist um Ringe aus Aluminium, Stahl oder Plastik. Alle Ringe sind einmalig, dienen also der Identifizierung eines Individuums, und tragen Buchstaben und Nummern.  

 

Die überwiegende Zahl von Rückmeldungen erhalten wir von Weißstörchen. Durch ihre Nähe zum Menschen, ihr positives Image und ihre großen gut ablesbaren Ringe stehen sie stets im Fokus vieler Menschen.

 

  • Im Jahr 2012 wurde ein Jungstorch aus Uetze mit gebrochenem Schlüssel­bein eingeliefert, der nach seiner Genesung noch im selben Jahr das Zentrum verließ. Rückmeldungen von seinem Zugweg liegen aus Frankreich (2012 und 2016) und Spanien (2014, 2019, 2020) vor. Sein Sommerquartier hat der Weißstorch alljährlich nordwestlich von Minden aufgeschlagen, wo er seit 2015 Brutvogel ist.
  •  2013 wurde uns ein unterkühlter und schwacher Jungstorch aus Warmenau gebracht, der im selben Jahr abflog und auf seinem Flug ins Winterquartier in Thüringen abge­lesen werden konnte. Als einjähriger Weißstorch hielt er sich 2014 in Brandenburg auf. 2017 gab es 4 Sichtungen aus der Nähe von Leipzig. 2019 brütete er in der Nähe von Chemnitz und zog 3 Junge groß. Im Jahr 2020 wurde er im März erneut in der Nähe von Chemnitz gesichtet, wo er sich wahrscheinlich nach einem Horst zum Brüten umschaute.
  •  Besonders freuen uns Rückmeldungen von im Brutapparat bei uns geschlüpf­ten Weißstörchen, da wir diese von der ersten Schlupfminute an kennen. So wurde uns im Jahr 2015 aus einem Nest in Parsau (LKr. Gifhorn) 3 Eier gebracht, da ein Brutvogel als vermisst galt. 3 Jungstörche schlüpften und einer dieser Jungstörche 8X490, wurde auf seinem Zug in den Süden Ende August bei Hannover mit weiteren 16 Artgenossen beobachtet. Als einjähriger Storch kam er schon in unsere Region zurück und besuchte mit zahlreichen Artgenossen die Deponie in Braunschweig und die Rieselfelder zur Futter­suche. 2018 versuchte er mit einer Partnerin in Leiferde auf einer gekappten Eiche zu brüten, was aber misslang. Futter suchte er sich in diesem trockenen Jahr meist auf der Deponie in Braunschweig, wo er achtmalig bestätigt wurde. Im Jahr 2020 besuchte er Mitte April das NABU-Artenschutzzentrum und wurde im Juni in Seershausen, als auch erneut auf der Deponie Braunschweig dort zur Futtersuche gesichtet.     
  •   Im Jahr 2016 bekamen wir aus einem Nest im Ilkerbruch einen Jungstorch gebracht, der durch den Tod eines Elterntieres dort keine Überlebenschance mehr gehabt hätte. Nachdem sich der Storch in der Pflege gut entwickelte, flog er im gleichen Jahr ab und tauchte im Jahr 2020 im zweitgrößten Storchen­dorf von Brandenburg in Linum auf, wo der Storch mit einem Partner den Sommer über beobachtet werden konnte. 
  • Ein sehr interessanter Fall ist der Weißstorch 6T397, den wir im Jahr 2016 als diesjährigen Jungstorch mit einem schon mehrere Wochen alten Beinbruch erhielten. Normalerweise ist die Prognose in solch einem Falle nicht sehr gut, zumal hier operationstechnisch nichts mehr ging, da die Callusbildung sehr weit fortgeschritten war. Wir kamen mit der Tierärztlichen Hochschule überein, den Storch den Winter über mit Artgenossen auf der Anlage zu halten, um zu sehen, wie er sich weiterentwickelte und wie er mit dem krummen Bein zu­recht­kam. Er kam damit zurecht, hatte augenscheinlich keine Beschwerden und konnte im darauffolgenden Frühjahr 2017 ausgewildert werden. Im selben Jahr wurde er im Juli in Schladen, im August in Rohrsheim und im September in Frankreich gesichtet. Überwintert hat er wahrscheinlich in Spanien, wo er im März 2020 abgelesen werden konnte.  
  •  Im Jahr 2017 bekamen wir einen Jungstorch 5T418 aus der Region Hamburg, der dort als „zahmes“ Tier aufgefallen war, die menschliche Nähe suchte und sich dort leider auch füttern ließ (Pommes). Nachdem wir ihn auf storchen­adäqua­tes Futter umgestellt hatten, was einige Zeit dauerte und nicht auf seine Begeisterung stieß, vergesellschafteten wir ihn mit Artgenossen. Im Frühjahr darauf flog er ab und ver­brachte den Winter 18/19 in Spanien und wurde im Sommer 2019 in der Nähe von Hodenhagen und bei Veltheim abgelesen. Im November 2020 wurde er erneut in Spanien westlich von Sevilla gesichtet.
  •  Im Jahr 2018 wurde in Bockelskamp (LKr. Celle) ein Jungstorch abgeworfen, anschließend verließ das Weibchen das Nest komplett, so das 2 Jungstörche zur Aufzucht nach Leiferde gebracht wurden. Die Ge­schwister zogen im Herbst nach Süden und wurden zusammen im Oktober in Frank­reich in Chalon, wo sie sich auf dem dortigen Marktplatz umschauten und eine Woche später in St. Dier d`Auvergne beobachtet. Eines der Geschwister wurde im April 2019 in Schleswig-Holstein und im Mai in Sachsen gesichtet. Im Juni 2020 wurde er in Peine abgelesen. Für das Nestgeschwister gibt es 2019 eine Ablesung Ende September aus Südfrankreich. Im Jahr 2020 konnte der Storch viermal auf der Mülldeponie in Braunschweig und Salzgitter, meist mit zahlreichen Artgenossen und einmal auf den Rieselfeldern bei Braunschweig beobachtet werden.
  •  Ebenfalls 2018 bekamen wir vom zuständigen Storchenbetreuer aus der Umgebung von Isen­büttel einen adulten verletzen Storch, der sich entweder durch einen Revierkampf oder eine Kollision verletzt hatte. Einen guten Monat später konnte das Tier wieder in die Freiheit entlassen werden und wurde bei der Nahrungssuche auf der Deponie Braunschweig beobachtet. 2019 hielt sich dieser Storch den Sommer über in der Gegend von Vallstedt (südlich von Vechelde) auf, wo er Ende August mit 63 Art­genossen auf einem Acker nach Nahrung suchte. Im Jahr 2020 kam es zu 5 Sichtungen, die alle aus dem Bereich der Deponie bei Braunschweig Watenbüttel stammen.
  •  Im August 2018 erhielten wir aus Gartow an der Elbe einen Jungstorch, der zwar den ersten Ausflug vom heimatlichen Nest gewagt aber aus Kräfte­man­gel es nicht zurückgeschafft hatte. Er flog im darauffolgenden Winter nicht ab, sondern hielt sich in der Umgebung des Zentrums auf. Den Sommer 2019 verbrachte er ebenfalls im Landkreis Gifhorn und flog im August nach Polen. Erstaunlicherweise wurde er eine Woche später in Königslutter und Ende September in Wunstorf Kolenfeld abgelesen. Von da aus muss er sich nach Süden orientiert haben und hat den Winter in Hessen, Büttelborn mit bis zu 157 Artgenossen verbracht wo er sich bis Mitte März aufhielt.
  •  Eine sehr erfreuliche Rückmeldung erhielten wir 2019 von einem Storchen­betreuer, der uns Mitte Juni 2019 aus Bleckede einen verletzten adulten Brutstorch brachte. Nach einem 10-tägigen Aufenthalt im Zen­trum konnte der Storch wieder abfliegen und war 2 Tage spä­ter an seinem Brutstandort zu­rück, um dort die Aufzucht der Jungtiere zu begleiten. Auch im Jahr 2020 war er schon Ende Februar wieder an seinem Brut­standort anzutreffen.  
  •  Ein erneuter „Gummibandstorch“ war 1V465, der uns im Juli 2020 gebracht wurde. Er wurde, schon als fast ausgewachsener Jungstorch, aus dem Nest geworfen und war zunächst sehr apathisch. Wie sich dann herausstellte, waren seine Gewölle reichlich mit Gummibändern versehen. Zweieinhalb Wochen später konnten wir den Storch munter und vital mit Artgenossen auf der Freianlage vergesellschaften, wo er Ende August abflog. Mitte Oktober wurde er im westlichen Niederlande abgelesen.

 

 

Storchenrückmeldungen aus dem Jahr 2019

Zu den Standardmethoden ornithologischer Forschung gehört seit über hundert Jahren die Beringung von Vögeln. Durch diese einfache Methode ist es möglich geworden, Informationen über das Zugverhalten und über die Lebenserwartung von Vogelarten zu erhalten. Grade in Zeiten des Klimawandels und Insektenschwundes ist die Dokumentation des Ist-Zustandes von Populationen, wie auch von Einzel­schicksalen, von großer Bedeutung.

 

  • Er lebt immer noch: Im Jahr 2018 erhielten wir 4T434, einen damals dreijährigen Weißstorch, der massenweise Gummibänder verschluckt hatte und fast daran gestorben wäre. Nach erfolgreicher Entfernung dieser Fremdkörper flog der Jungstorch ein paar Wochen später ab. 2018 wurde er in Osloß (Landkreis Gifhorn) und auf der Deponie Wolfsburg abgelesen. Auch 2019 ist er seinem Hang zur Deponie Wolfsburg leider treu geblieben, wo er hoffentlich keine Fremdkörper mehr aufgenommen hat.
  • Im Jahr 2018 wurde in Bockelskamp (LKr. Celle) ein Jungstorch abgeworfen, anschließend verließ das Weibchen das Nest komplett, so das 2 Jungstörche zur Aufzucht nach Leiferde gebracht wurden. Die Ge­schwister zogen im Herbst nach Süden und wurden zusammen im Oktober in Frank­reich in Chalon, wo sie sich auf dem dortigen Marktplatz umschauten und eine Woche später in St. Dier d`Auvergne beobachtet. Eines der Geschwister wurde im Frühjahr 2019 in Schleswig Holstein und der Region Koblenz gesichtet, für den anderen Storch gibt es eine Ablesung Ende September 2019 aus Südfrankreich.
  • 2018 bekamen wir vom zuständigen Storchenbetreuer aus der Umgebung von Isen­büttel einen adulten verletzen Storch, der sich entweder durch einen Revierkampf oder eine Kollision verletzt hatte. Einen guten Monat später konnte das Tier wieder in die Freiheit entlassen werden und wurde bei der Nahrungssuche auf der Deponie Braunschweig beobachtet. 2019 hielt sich dieser Storch den Sommer über in der Gegend von Vallstedt (südlich von Vechelde) auf, wo er ende August mit 63 Art­genossen auf einem Acker nach Nahrung suchte.
  • Im Jahr 2017 bekamen wir einen Jungstorch 5T418 aus der Region Hamburg, der dort als „zahmes“ Tier aufgefallen war, die menschliche Nähe suchte und sich dort leider auch füttern ließ (Pommes). Nachdem wir ihn auf storchenadäquates Futter umgestellt hatten, was einige Zeit dauerte und nicht auf seine Begeisterung stieß, vergesellschafteten wir ihn mit Artgenossen. Im Frühjahr darauf flog er ab und ver­brachte den Winter 18/19 in Spanien und wurde im Sommer 2019 in der Nähe von Hodenhagen und bei Veltheim abgelesen.
  • Eine neue Sichtung erhielten wir von Weißstorch 4T802. Dieser war im Jahr 2015 als Nesthäkchen einer Fünferbrut aus Vechelde gebracht worden und konnte noch im selben Jahr ´gen Süden starten. Drei Jahre später wurde er im März in Ausbüttel, im Juni bei Isenbüttel und im August bei Braunschweig auf der Deponie und in den Riesl­feldern sowie der Okeraue beobachtet. Im Januar 2019 erhielten wir eine Mel­dung von ihm aus Spanien, wo er höchstwahrscheinlich überwintert hat.
  • Das sich im Land Niedersachsen geschlüpfte Weißstörche durchaus sehr weit östlich orientieren können, zeigt 8x487. Diesen nestjungen, aus dem Horst geworfenen, Storch aus Rühen zogen wir 2015 groß. Im Folgejahr wurde dieser im August in Deggendorf, Niederbayern, und bei Leipzig angetroffen. 2017 zog es den Storch noch weiter östlich, wo er im Mai bei Netin in Tschechien abgelesen wurde. 2019 hörten wir im Juli erneut aus Zentraltschechien von ihm.     
  • Ebenfalls östlich zog es 8x452. Der Jungstorch wurde 2013 aus Warmenau unter­kühlt und schwach eingeliefert. Auf seinem Flug ins Winterquartier wurde er im selben Jahr in Thüringen abge­lesen. Als einjähriger Weißstorch hielt er sich 2014 in Brandenburg auf. 2017 gab es 4 Sichtungen aus der Nähe von Leipzig. 2019 brütete er in der Nähe von Chemnitz und zog 3 Junge groß.
  • Auch aus dem Jahr 2013 bekamen wir aus Wienhausen (Landkreis Celle) einen schwachen Jungstorch gebracht, der im selben Jahr abflog. Vier Jahre später versuchte er in Oelheim (Landkreis Peine) zu brüten, 2018 wurde er in Eddesse abgelesen und 2019 in Vöhrum, wo er auch brütete und als adulter Storch dem Landkreis Peine treu geblieben ist.

Früher bestand die Lehrmeinung, dass Weißstörche erst mit einsetzender Ge­schlechts­reife, im Alter von 3-4 Jahren aus den Überwinterungsgebieten zurück­kehren. Mittlerweile kommen immer mehr 1-2 jährige aus dem Süden zurück, um sich hier einen Nistplatz zu erobern.

  • So wurde dies auch von 9T001 dokumentiert, der 2018 als Jungstorch im Zentrum versorgt wurde, im gleichen Jahr abflog und im September 2019 bei Schladen abgelesen werden konnte.
  • Eine sehr erfreuliche Rückmeldung erhielten wir 2019 von einem Storchenbetreuer, der uns mitte Juni 2019 aus Bleckede einen verletzten adulten Brutstorch brachte. Nach einem 10-tägigen Aufenthalt im Zentrum konnte der Storch wieder abfliegen und war 2 Tage später an seinem Brutstandort zurück, um dort die Aufzucht der Jungtiere zu begleiten.

 

 

Storchenrückmeldungen aus dem Jahr 2018

Jedes Jahr werden in Europa ca. 4 Millionen Vögel beringt. Noch immer gibt es reich­lich Informationsbedarf, gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, der Neo­zoen­­problematik oder der Vogelgrippe.

 Für das NABU-Artenschutzzentrum hat die Beringung noch eine andere Bedeutung. Auf diese Art und Weise ist es möglich nach der Auswilderung, in manchen Fällen, noch etwas über die ehemaligen Pfleglinge zu erfahren und die eigene Arbeit immer wieder zu hinterfragen.

  • Eine für uns wunderbare Rückmeldung erhielten wir 2018 von 4T434 einem Weißstorch, den wir im Jahr 2015 aus Hohne (Landkreis Celle) mit massenweise verschluckten Gummibändern bekommen hatten. Nach erfolgreicher Entfernung dieser Fremdkörper flog der Jungstorch ein paar Wochen später ab. 2018 wurde er, mittlerweile erwachsen, in Osloß (Landkreis Gifhorn) und auf der Deponie Wolfsburg abgelesen, wo er hoffentlich keine erneuten Fremdkörper aufnahm.
  • Eine weitere Sichtung eines Weißstorches erhielten wir von 4T802. Dieser war im Jahr 2015 als Nesthäkchen einer Fünferbrut aus Vechelde gebracht worden und konnte noch im selben Jahr gen Süden starten. Drei Jahre später wurde er im März in Ausbüttel, im Juni bei Isenbüttel und im August bei Braunschweig auf der Deponie und in den Rieslfeldern sowie der Okeraue beobachtet.
  • Die nächste erfreuliche Rückmeldung stammt von 5T280. Dieses adulte Storchen­weibchen wurde im Jahr 2015 traumatisiert nach einem Orkan in Gifhorn – Käsdorf aufgegriffen und in das NABU-Artenschutzzentrum gebracht. Fünf Tage später konnte sie auf die Storchenwiese des Zentrums umziehen, flog dort nach kurzer Zeit ab und wurde weitere 6 Tage später wieder bei ihrer Familie am Neststandort ange­troffen, um sich erneut der Pflege der Jungstörche zu widmen. Regelmäßig, so auch 2018, ist sie mit ihrem Partner auf dem Nest in Käsdorf anzutreffen und zieht dort jedes Jahr Junge groß.
  • Ein interessanter Fall war 5T413. Dieser Jungstorch aus Jembke verunglückte wohl bei seinen ersten Ausflug aus dem Nest und wurde regungslos darunter geborgen und ins Zentrum gebracht. Hier stellte sich eine einseitige Hornhauttrübung heraus, die vielleicht die Ursache des Unfalls gewesen sein könnte. Das Auge des Storches wurde mehrere Wochen behandelt. Leider musste er zwangsernährt werden, da er selbstständig keine Nahrung aufnehmen wollte. Zwei Monate später konnte der Storch endlich auf die Anlage gesetzt werden. Da sein Auge immer noch eingetrübt war, wurde er beschnitten, um ein fortfliegen zu verhindern. Im Laufe des Jahres 2017 verschwand die Trübung vollständig und der Storch konnte auf beiden Augen wieder sehen. In Folge dessen wurde er freigelassen. Im März 2018 wurde er in einem Trupp von 15 Störchen in Braunschweig – Watenbüttel auf dem Kompost­haufen der Deponie beobachtet. Im Zeitraum Mai bis Juli hielt er sich zur Nahrungs­suche meist im Trupp mit Artgenossen im Großraum der Deponie auf. Mitte August sogar mit 48 Artgenossen auf der Deponie Salzgitter.

 

Meist „landen“ Jungstörche im NABU-Artenschutzzentrum, da diese bedingt durch diverse Faktoren während ihrer Aufzucht leichter in Mitleidenschaft gezogen werden können.

  • Adulte, d.h. erwachsene Exemplare werden vorwiegend durch Revierstreitigkeiten verwundet. So wahrscheinlich auch bei einem Weißstorch aus Isenbüttel/Wasbüttel, der mit hängendem Flügel und humpelnd eingeliefert wurde. Erfreulicherweise konnte der Vogel nach 5 Wochen die Station wieder verlassen und abfliegen. Einige Wochen später wurde das Tier auf Nahrungssuche auf der Deponie Braunschweig abgelesen.

 

Der Sommer 2018 machte es einigen Störchen schwer ihre Jungen zu versorgen. Daher gab es auch immer wieder Brutabbrüche.

  • So in Bockelskamp (LKr. Celle) wo erst ein Jungstorch abgeworfen wurde und dann das Weibchen das Nest auf Dauer verließ. Beide Jungstörche, der eine erst 293g schwer, wurden zur Aufzucht nach Leiferde gebracht und aufgezogen. Die Ge­schwister zogen im Herbst nach Süden und wurden zusammen im Oktober in Frank­reich in Chalon, wo sie sich auf dem dortigen Marktplatz umschauten und eine Woche später in St. Dier d`Auvergne beobachtet.
  •  Auch in Kaiserwinkel (Landkreis Gifhorn) kam es 2018 zu einem Brutabbruch, wahr­scheinlich auf Grund der trockenen Wetterlage. Die Eltern verließen ihre circa 10 Tage alten Jungtiere, die in ihrer Not aus dem Nest sprangen. Ein Jungtier konnte lebend geborgen werden (123 g), wurde im Zentrum großgezogen und flog Ende des Sommers nach Süden. Ende Oktober wurde der Jungstorch in Frankreich Bourg-en-Bresse abgelesen.
  •  Besonders schön ist es, wenn man eine Rückmeldung bezüglich eines im Brut­apparat geschlüpften Storches bekommt, den man vom ersten Lebenstag an beglei­tet hat. So schlüpfte im Jahr 2015 ein kleiner Storch, der im selben Jahr abflog. 2018 versuchte er in Leiferde auf einer gekappten Eiche ein Nest zu bauen, was misslang. Von Juni bis August hielt er sich dann im Bereich der Deponie Braunschweig zur Nahrungssuche auf.
  •  Ebenfalls im Brüter schlüpfte 2012 ein Jungstorch und flog im selben Jahr ab. Seit 2014 überwintert er jedes Jahr in Frankreich, nur wenige Kilometer von der spani­schen Grenze entfernt, während er den Sommer in der Elb­region kurz vor Hamburg verbringt.
  •  Im Jahr 2012 wurde ein Jungstorch aus Uetze mit gebrochenem Schlüsselbein eingeliefert, der nach seiner Genesung noch im selben Jahr das Zentrum verließ. Rückmeldungen von seinem Zugweg liegen aus Frankreich (2012 und 2016) und Spanien (2014) vor. Sein Sommerquartier hat der Weißstorch alljährlich nordwestlich von Minden aufgeschlagen, wo er seit 2015 Brutvogel ist.

 

 

Storchenrückmeldungen aus dem Jahr 2017

  •  Ein „alter Bekannter“ ist Weißstorch 1x357, der als Jungtier im Jahr 2003 vom Zen­trum abflog. Insgesamt liegen schon 33 Rückmeldungen über die Jahre vor. Dieser in Niedersachsen geschlüpfte Storch lebt seit 2006 im „Sommer“ in der Umgebung von Schönborn (Sachsen) und zieht mit seiner Partnerin jedes Jahr Nachwuchs groß, so auch im Jahr 2016, wo 3 Jungstörche ausflogen. Im Jahr 2017 wurde er auf seinem Zug in den Rheinauen bei Bislich (NRW) abgelesen. Interessant dabei ist, dass er im Osten brütet aber über die Westroute in sein Winterquartier zieht.  
  • Ein im Jahr 2010 vom Zentrum ausgewilderter Weißstorch 5x573, der schon 49 mal abgelesen werden konnte, erbrachte winterliche Meldungen aus Spanien, während er in den letzten Jahren in Leiferde bzw. Vollbüttel erfolgreich brütete. Auch im Jahr 2017 brütete das Weibchen erfolgreich in Vollbüttel, besuchte nach der Brutsaison mit dem Partner das Artenschutzzentrum und wurde ende August an der Okeraue und den Braunschweiger Rieselfeldern gesichtet.
  • Ein besonderer Fall stellte für die Mitarbeiter ein Jungstorch dar, der aus dem Elb­bereich im Alter von ca. einer Woche ins Artenschutzzentrum kam, da er aus dem Nest geschmissen wurde. Dies alles war nicht so ungewöhnlich, jedoch lag der Schlupfzeitpunkt dieses Jungvogels äußerst spät, da er erst Ende Juni die Eierschale verließ. Normalerweise schlüpfen junge Störche, je nach Ankunft der Elterntiere, ab dem letzten Aprildrittel bis zu Beginn des Junis. Somit waren alle gespannt, wie sich der Nachkömmling entwickelt und ob er rechtzeitig abfliegen würde. Allen Be­fürchtungen zum Trotz schaffte 8x494 den rechtzeitigen Abflug und wurde sogar im Oktober mehrfach in Frankreich abgelesen. Im Januar 2016 tauchte er in der Nähe von Madrid in Spanien auf, wo er auch im November wieder abgelesen werden konnte. Mitte April 2017 wurde er in Winsen Luhe beobachtet.
  • Ox642 schlüpfte 2012 im Brüter des Artenschutzzentrums und flog im selben Jahr ab. Sein Winterquartier ist alljährlich ein Gebiet in Frankreich, nur wenige Kilometer von der spanischen Grenze entfernt, während er den Sommer in der Elb­region in Niedersachsen/Hamburg verbringt. Insgesamt wurde er 42 mal abgelesen.
  •  Im Jahr 2013 wurde uns ein Jungstorch (8x452) aus Warmenau unterkühlt und schwach eingeliefert, der im selben Jahr ausgewildert wurde und in Thüringen abge­lesen werden konnte. Als einjähriger Weißstorch wurde er 2014 in Brandenburg be­obachtet. 2017 gab es 2 Sichtungen von dem Storch aus der Nähe von Leipzig.
  •  2015 zogen wir einen nestjungen, aus dem Horst geworfenen Weißstorch aus Rühen groß, 8x487. Dieser wurde im August des Folgejahres in Deggendorf, Niederbayern, und bei Leipzig angetroffen. 2017 zog es den Storch noch weiter östlich, wo er im Mai bei Netin, Tschechien abgelesen wurde.      
  •  Ein im Jahr 2016 geschlüpfter Jungstorch 6T397 wurde uns mit einem schief ver­heilten Ständerbruch eingeliefert. Nach Behandlung der Verletzung in der Tier­ärzt­lichen Hochschule, welche an der Schiefstellung leider nichts ändern konnte, ver­brachte der Storch den nächsten Winter zu Beobachtung im Zentrum. Im Frühjahr 2017 flog er ab und wurde im September in Frankreich mit anderen Störchen zusam­men beobachtet.
  •  Sehr interessant war die Meldung eines Weißstorches, der als adultes Tier 1996 im Zentrum gepflegt wurde. Im September 2017 tauchte er in Frankreich, unweit der spanischen Grenze auf. 7650 Tage nach der Beringung sein erstes Lebenszeichen.