Weißstörche

Schon seit Gründung der Station vor über 30 Jahren, zählen Weißstörche zu den Pfleglingen des Zentrums.

Mittlerweile wurden über 400 Weißstörche von hier ausgewildert.

 

 

Storchenrückmeldungen aus dem Jahr 2017

Jedes Jahr werden in Europa ca. 4 Millionen Vögel beringt. Noch immer gibt es reich­lich Informationsbedarf, gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, der Neo­zoen­­problematik oder der Vogelgrippe.

 

Für das NABU-Artenschutzzentrum hat die Beringung noch eine andere Bedeutung. Auf diese Art und Weise ist es möglich nach der Auswilderung, in manchen Fällen, noch etwas über die ehemaligen Pfleglinge zu erfahren und die eigene Arbeit immer wieder zu hinterfragen.

 

 

 

 

Große Freude machte uns die Meldung eines im Jahr 2012 ausgewilderten, damals diesjährigen, Schwarzstorches aus dem Raum Celle. Er wurde schon im Oktober 2015 in Ungarn, auf seinem Zug in den Süden abgelesen und wurde, im August 2016, im Raum Magdeburg bei der Nahrungssuche beobachtet. Im August 2017 zog er erneut über Ungarn und wurde in der großen ungarischen Tiefebene abgelesen.    

 

 

 

Ein „alter Bekannter“ ist Weißstorch 1x357, der als Jungtier im Jahr 2003 vom Zen­trum abflog. Insgesamt liegen schon 33 Rückmeldungen über die Jahre vor. Dieser in Niedersachsen geschlüpfte Storch lebt seit 2006 im „Sommer“ in der Umgebung von Schönborn (Sachsen) und zieht mit seiner Partnerin jedes Jahr Nachwuchs groß, so auch im Jahr 2016, wo 3 Jungstörche ausflogen. Im Jahr 2017 wurde er auf seinem Zug in den Rheinauen bei Bislich (NRW) abgelesen. Interessant dabei ist, dass er im Osten brütet aber über die Westroute in sein Winterquartier zieht.  

 

 

 

Ein im Jahr 2010 vom Zentrum ausgewilderter Weißstorch 5x573, der schon 49 mal abgelesen werden konnte, erbrachte winterliche Meldungen aus Spanien, während er in den letzten Jahren in Leiferde bzw. Vollbüttel erfolgreich brütete. Auch im Jahr 2017 brütete das Weibchen erfolgreich in Vollbüttel, besuchte nach der Brutsaison mit dem Partner das Artenschutzzentrum und wurde ende August an der Okeraue und den Braunschweiger Rieselfeldern gesichtet.

 

 

 

 

 

Ein besonderer Fall stellte für die Mitarbeiter ein Jungstorch dar, der aus dem Elb­bereich im Alter von ca. einer Woche ins Artenschutzzentrum kam, da er aus dem Nest geschmissen wurde. Dies alles war nicht so ungewöhnlich, jedoch lag der Schlupfzeitpunkt dieses Jungvogels äußerst spät, da er erst Ende Juni die Eierschale verließ. Normalerweise schlüpfen junge Störche, je nach Ankunft der Elterntiere, ab dem letzten Aprildrittel bis zu Beginn des Junis. Somit waren alle gespannt, wie sich der Nachkömmling entwickelt und ob er rechtzeitig abfliegen würde. Allen Be­fürchtungen zum Trotz schaffte 8x494 den rechtzeitigen Abflug und wurde sogar im Oktober mehrfach in Frankreich abgelesen. Im Januar 2016 tauchte er in der Nähe von Madrid in Spanien auf, wo er auch im November wieder abgelesen werden konnte. Mitte April 2017 wurde er in Winsen Luhe beobachtet.

 

 

 

Ox642 schlüpfte 2012 im Brüter des Artenschutzzentrums und flog im selben Jahr ab. Sein Winterquartier ist alljährlich ein Gebiet in Frankreich, nur wenige Kilometer von der spanischen Grenze entfernt, während er den Sommer in der Elb­region in Niedersachsen/Hamburg verbringt. Insgesamt wurde er 42 mal abgelesen.

 

 

 

Im Jahr 2013 wurde uns ein Jungstorch (8x452) aus Warmenau unterkühlt und schwach eingeliefert, der im selben Jahr ausgewildert wurde und in Thüringen abge­lesen werden konnte. Als einjähriger Weißstorch wurde er 2014 in Brandenburg be­obachtet. 2017 gab es 2 Sichtungen von dem Storch aus der Nähe von Leipzig.

 

 

 

2015 zogen wir einen nestjungen, aus dem Horst geworfenen Weißstorch aus Rühen groß, 8x487. Dieser wurde im August des Folgejahres in Deggendorf, Niederbayern, und bei Leipzig angetroffen. 2017 zog es den Storch noch weiter östlich, wo er im Mai bei Netin, Tschechien abgelesen wurde.      

 

 

 

Ein im Jahr 2016 geschlüpfter Jungstorch 6T397 wurde uns mit einem schief ver­heilten Ständerbruch eingeliefert. Nach Behandlung der Verletzung in der Tier­ärzt­lichen Hochschule, welche an der Schiefstellung leider nichts ändern konnte, ver­brachte der Storch den nächsten Winter zu Beobachtung im Zentrum. Im Frühjahr 2017 flog er ab und wurde im September in Frankreich mit anderen Störchen zusam­men beobachtet.

 

 

Sehr interessant war die Meldung eines Weißstorches, der als adultes Tier 1996 im Zentrum gepflegt wurde. Im September 2017 tauchte er in Frankreich, unweit der spanischen Grenze auf. 7650 Tage nach der Beringung sein erstes Lebenszeichen.