Jungsäuger

Junge Säugetiere sind durch ihre unauffällige Färbung und ihr ruhiges Verhalten sehr gut getarnt. Auch wenn sie scheinbar zutraulich sind, bedeutet es nicht, dass sie hilfebedürftig sind. Im Gegensatz zu Vögeln haben Säugetiere einen sehr guten Geruchssinn, weshalb Sie junge Säugetiere nicht anfassen sollten (auch Handschuhe und Handtücher riechen nach Mensch!).

 

Wurde ein Jungtier bereits ohne Grund angefasst, reiben Sie es mit Blättern, Gras oder Erde ab, um den menschlichen Geruch zu entfernen und setzen Sie es am Fundort wieder ab.

 

 

Jungtiere von Reh, Fuchs oder Marderartigen unterliegen dem Jagdrecht. Bei Notfällen kontaktieren Sie den Jagdausübungsberechtigten des jeweiligen Reviers oder die Polizei unter der allgemeinen Rufnummer. Diese werden Sie dann zum weiteren Vorgehen beraten.

 

Feldhasen

Junge Feldhasen werden ab Januar geboren und kommen behaart, mit offenen Augen und Ohren zur Welt. Sie bleiben allein in einer oberirdischen Mulde hocken und werden von ihrer Mutter nur einmal nachts für wenige Minuten gesäugt. Grade in Neubaugebieten passiert es relativ häufig, dass die Häsin ihr vertrautes Territorium nutzt um ihren Nachwuchs dort zur Welt zu bringen.

Lassen Sie Feldhasen in jedem Fall an Ort und Stelle sitzen!

Die Tierart unterliegt dem Jagdrecht. In der Roten Liste wird sie bundesweit als "gefährdet" eingestuft.

Wildkaninchen

 Sie kommen blind, taub und ohne Fell zur Welt. Der Bau ist       unterirdisch mit vielen Ein- und Ausgängen.

 Von Hunden, Kindern oder bei Bauarbeiten ausgegrabene Wildkaninchen sollten unbedingt in einen anderen Ausgang des Baus gesetzt werden.

Die Tierart unterliegt dem Jagdrecht.

Igel

80 % der Igel werden im August und September geboren. Junge Igel können im Herbst auch tagsüber unterwegs sein. Dies ist nicht unnormal, da sie sich für den Winter Fettreserven zulegen müssen. Den Winter überstehen Igel seit über 15 Millionen Jahren durch einen Winterschlaf, bei dem alle Vitalfunktionen auf Sparflamme geschaltet werden. Die Überlebenswahrscheinlichkeit / Gesundheit kann man nicht an einem bestimmten Gewicht festmachen. Hunde und Katzen im Garten sind kein Grund einen Igel umzusetzen.

Der Igel zählt zu den besonders geschützten Arten. Daher ist es verboten, ihn aus der Natur zu entnehmen. Ausnahmefälle sind hier verletzte, kranke oder hilflose Tiere.

Eichhörnchen

Oft werden bei Stürmen oder Baumfällarbeiten Kobel (= Nest eines Eichhörnchens) zerstört und die Jungen fallen aus dem Nest. Lassen sie die jungen Eichhörnchen in Ruhe, sperren Sie eigene Haustiere ein. Das Muttertier wird die Jungen holen und in einen anderen Kobel bringen. Dies kann einige Stunden dauern, beobachten Sie nur aus der Entfernung! Klettert ein junges Eichhörnchen an ihnen hoch, will es sich nur in Sicherheit bringen. Dies hat nichts mit ihrer Person zu tun, sondern entspricht dem Bedürfnis der Tiere zu Klettern. Auch Eichhörnchen zählen zu den besonders geschützten Tierarten.

 

Steinmarder

Sie haben ihre „Nester“ oft auf Dachböden. Wenn Sie einen jungen Steinmarder finden, sperren Sie Ihre Haustiere ein und lassen Sie den Marder in Ruhe. Er wird von seiner Mutter geholt. Dies kann einige Stunden dauern oder erst in der Nacht geschehen, beobachten Sie nur aus der Entfernung!

Von Ende März bis September führen Marder ihre Jungen und sind daher während dieser Zeit geschützt. Erst danach können Sie eventuelle Löcher im Dach abdichten, um einen erneuten Einzug von Steinmardern im nächsten Jahr zu verhindern.

Iltis

Junge Iltisse (leicht zu verwechseln mit seiner domestizierten Form dem Frettchen)  werden von April bis Juli geboren und sind dämmerungs- und nachtakrtiv. Es kommt zuweilen vor, dass sie bei ihren ersten Ausflügen von der Mutter getrennt werden. Iltisse nutzen durchaus Scheunen, Asthaufen oder andere Unterschlupfmöglichkeiten in menschlichen Siedlungen. Durch ihr "Milchmaul" sind junge Iltisse leicht von anderen Marderartigen zu unterscheiden.  Lassen sie den jungen Iltis vor Ort, fassen sie das Tier nicht an, in der Regel holt die Mutter das Jungtier wieder ab.

Wiesel

In Niedersachsen, ist zwischen Großem (Hermelin) und Kleinem Wiesel (Mauswiesel) zu unterscheiden. Mauswiesel sind die kleinsten Raubtiere der Welt. Junge Wiesel sind für den Laien nur schwer auseinander zu halten. Häufig werden sie von Katzen angeschleppt.

Eine Aufzucht dieser Jungtiere ist nicht einfach. Bitte nehem Sie unverzüglich Kontakt mit einer Betreuungsstation auf, um die Sachlage zu kären.  

Beide Arten unterliegen dem Jagdrecht, das Mauswiesel ist jedoch ganzjährig zu schonen.

Siebenschläfer

Der Körper erinnert an ein Eichhörnchen, die Tiere sind jedoch nachtaktiv und gehören zu den Bilchen. Der lange Winterschlaf, meist ab September/Oktober bis Mai, hat zur Namensgebung beigetragen.

Da sich diese Tiere häufig frostsichere Gebäudeteile zur Überwinterung aussuchen, werden grade Mutterfamilien oder Jungtiere bei z.B. Aufräumarbeiten gefunden. Der Siebenschläfer ist eine geschützte Art. Daher ist es verboten ihn zu fangen, zu töten oder ihn umzusiedeln.   

Fledermaus

Mitte des Sommers, kommt es häufiger vor, dass junge Fledermäuse, in menschlichen Siedlungen aufgefunden werden. Das kann verschiedene Gründe haben. Da Fledermausmütter ihren Jungen sehr verbunden sind, suchen sie gezielt nach ihnen. Daher sollte ein solches Jungtier unbedingt in den Abendstunden wieder am Fundort präsentiert werden. Bitte wenden sie sich bei Fragen an regionale Fledermausbetreuer, die über die Unteren Naturschutzbehörden zu erfragen sind.

Alle Fledermausarten zählen zu den besonders geschützten Tierarten.

Wildkatze

In den letzten Jahren hat sich der Bestand der Wildkatze in Niedersachsen verbessert. Mittlerweile ist sie auch nördlich der Autobahn A2 anzutreffen. Junge Wildkatzen werden ausschließlich von Menschen als scheinbar hilflose junge Katzen mitgenommen und beim nächsten Tierheim abgegeben. Wildkatzen zählen zu den besonders geschützten Tierarten.

Da man nur sehr schwer eine junge Wildkatze  von einer verwilderten Hauskatze unterscheiden kann, lassen sie das Tier (wenn es unverletzt ist) auf jeden Fall in der freien Natur.