Maurische Landschildkröte im NABU-Artenschutzzentrum

 

Im NABU-Artenschutzzentrum wird eine Gruppe von Maurischen Landschildkröten gepflegt, die sich aus Tieren meist höheren Alters und unterschiedlicher Herkunft zusammensetzt.

Diese Landschildkröten wurden überwiegend ausgesetzt (z.T. auf einer Bundesstraße), wurden wegen fehlender Lagalitätsnachweise eingezogen oder bei Todesfällen in Wohnungen gefunden.

Wussten Sie?

Die Maurische Landschildkröte gehört zu den mediterranen Landschildkrötenarten. Nach neuesten Untersuchungen werden 10 Unterarten unterschieden, welche sich in westliche (z.B.  Marokkanische und Maurische Landschildkröten) und östliche (z.B. Persische und Armenische Landschildkröten) Arten unterteilen. Diese unterscheiden sich nicht nur in Größe und Gewicht sondern auch in ihrer Färbung (hellbeige, grau bis olive Grundfärbung).

 

Das Verbreitungsgebiet aller Unterarten erstreckt sich von Nordafrika über den östlichen Mittelmeerraum bis zum Balkan und nach Asien. Ihre Lebensbedingungen können von trockenen Halbwüsten im Norden Afrikas über mildes, mediterranes Klima in Griechenland und der Türkei bis hin zu heißen und trockenen Gebieten (mit kalten Wintern) in Asien variieren. Bei großer Hitze sind sie gezwungen, schattige Plätze aufzusuchen (sie vergraben sich im Boden oder suchen kühle Felsspalten auf) und können sogar in einen Sommerschlaf fallen. Sollte es aber im Winter kühler werden (unter 8 Grad), so findet eine Winterstarre statt.

Die Lebenserwartung dieser Tiere beläuft sich auf 60 bis 100 Jahre!

 

Die Tiere sind Pflanzenfresser. Je nach Lebensraum sind ihre Hauptnahrungsmittel Gräser und Blütenpflanzen, Knospen, jungen Triebe aber auch Früchte mit Samen. https://www.youtube.com/watch?v=Z6zYpJ7sbf4

 

Die Paarungszeit findet normalerweise nach der Winterstarre statt. Das Weibchen sucht sich einen geeigneten Eiablageplatz aus, legt pro Gelege ca. 5 bis 8 Eier und verschließt die Grube sorgfältig. Die Inkubationszeit variiert zwischen 60 und 100 Tagen. Die Bruttemperatur entscheidet über das Geschlecht der Schlüpflinge.

 

Menschen und Maurische Landschildkröten

Die Maurische Landschildkröte hat nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie nach dem Artenschutzgesetz der EU den höchsten Schutzstatus, d.h. Anhang A. Für Privathaltungen bedeutet dies, dass ein gehaltenes Tier einen Legalitätsnachweis besitzen muss (!) und die Pflicht besteht diese Schildkröte bei der Unteren Naturschutzbehörde des Wohnortes oder Landkreises anzumelden.

 

Von der IUCN wird die Maurische Landschildkröte als gefährdet eingestuft.

 

Schildkröten leben seit über 200 Millionen Jahren auf dieser Erde. In ihren Ursprungsländern sind alle mediterranen Landschildkröten vom Aussterben bedroht. Intensivierte Landwirtschaft, Brandrodung, Klimawandel, steigender Tourismus, Handel, sowie Austrocknung der Gebiete dezimieren die Habitate und die Zahl der dort noch lebenden Schildkröten empfindlich.

In Nordafrika werden die Schildkröten - oder ihre Panzer - auf Märkten zum Kauf angeboten. Viele der in Deutschland eingeführten Tiere kommen ursprünglich aus der Türkei. Während dieses Handels gibt es leider eine hohe Sterblichkeitsrate der Tiere, da sie selten arten – und tierschutzgerecht transportiert und gehalten werden. Nicht zuletzt werden zahlreiche Tiere, grade zur Urlaubszeit, einfach ausgesetzt (das erleben wir im Zentrum permanent) oder entkommen aus ihren Gehegen, da diese nicht den Haltungsbedingungen für diese Tierarten entsprechen.

 

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Mario Herz:

Maurische Landschildkröten

 

Maurische Landschildkröten besiedeln ein riesiges Verbreitungsgebiet, das sich über drei Kontinente erstreckt. Der Autor stellt die verschiedenen Lokalformen in Wort und Bild vor und beschreibt die je nach Herkunft deutlich voneinander abweichenden Haltungsbedingungen – Grundvoraussetzung für die artgerechte Pflege und vor allem die erfolgreiche Vermehrung! Somit bietet dieses Buch auf dem neusten Stand alles Wissenswerte rund um Biologie, Haltung und Nachzucht der beliebten Landschildkröten.

 

 

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Hier finden Sie mehr Information dazu:   https://www.nabuzentrum-leiferde.de/helfen/