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Ausgesetzte Tiere im NABU-Artenschutzzentrum

Leiferde, Mai 2013

 

Die warme Jahreszeit hat kaum begonnen, da trudeln wieder zahlreiche ausgesetzte oder entfleuchte ehemalige "Haustiere" im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde ein. Das Aussetzen gebietsfremder Arten ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz bzw. nach dem Tierschutzgesetz verboten und kann mit mehreren tausend Euro Strafe geahndet werden.

 

Schon in der letzten Woche erhielt das NABU-Team des Artenschutzzentrums Leiferde einen Zebrafink aus Groß Schwülper, zwei Farbkanarien, eine entflogene Amazone (Papagei) aus Gifhorn, eine Rotwangenschmuckschildkröte aus Hillerse sowie gestern zwei im Pappkarton ausgesetzte Griechische Landschildkröten aus dem Landkreis Peine. "Mittlerweile liegt der Anteil der Fundtiere über der Zahl der beschlagnahmten Tiere", sagte Bärbel Rogoschik, Leiterin NABU-Artenschutzzentrum, "und das ist nur die Spitze des Eisbergs, den größten Teil der ausgesetzten oder entlaufenen ehemaligen Haustiere bekommen wir nicht zu Gesicht".

 

Für den Dackel gibt es ausgewiesene hundefreundliche Hotels. Das Meerschwein kann bei Oma bleiben und die Ratten übernimmt eine Freundin. Aber mit der Schildkröte im Gepäck nach Italien fliegen? Das kann sich kaum jemand vorstellen. Zu Beginn der Ferientage steigt die Zahl ausgesetzter Tiere, insbesondere von Exoten wie Wasserschildkröten, Leguanen oder Schmuckschildkröten und ihre Aufnahme im Artenschutzzentrum Leiferde sprunghaft an.

 

Die Naturschützer vom NABU-Artenschutzzentrum Leiferde raten dazu, sich wirklich umfassend über die Bedürfnisse eines Haustieres zu informieren, egal ob es sich um ein Kaninchen oder eine Schildkröte handelt. Dazu gehört in jedem Fall die Überlegung, wo man das Tier unterbringen kann, während man im Urlaub oder auch mal im Krankenhaus ist.

 

Wer ein Haustier besitzt, hat damit im Falle einer Wasserschildkröte die Verantwortung für ein mindestens 40- jähriges Leben übernommen. So lange möchte wohl niemand auf den Sommerurlaub verzichten. Doch wohin mit exotischen Haustieren, für die es keine 'Pfötchenpensionen' gibt? "Die Lösung scheint für manche Menschen recht einfach", erklärte Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde. "Wir merken sofort, wann Ferientage nahen, denn dann steigen die Zahlen exotischer Fundtiere bei uns sprunghaft an."

 

 

Storchennachwuchs auf dem Schornstein

Leiferde, Mai 2013

 

Große Freude herrscht zur Zeit bei den Mitarbeitern des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde. Im Storchennest auf dem hohen Schornstein sind drei kleine wackelige Köpfchen zu sehen! Die Weißstörche sind geschlüpft.

 

"In den letzten Jahren schlüpften die jungen Weißstörche immer pünktlich zum Storchenfest, in der dritten Aprilwoche", berichtete Bärbel Rogoschik, Leiterin NABU-Artenschutzzentrum,"doch dieses Jahr hat sich alles durch die kalte Witterung, verzögert". Zu sehen sind die kleinen Störche gelegentlich über die Nestkamera im Seminarraum des Zentrums.

 

"Wahrscheinlich werden das aber nicht die einzigen Jungstörche bleiben", erklärte Bärbel Rogoschik weiter. "Da sich auf einer Nisthilfe im Norden des Geländes ein zweites Storchenpaar den Nistplatz erobert hat, erwarten wir dort täglich ebenfalls Nachwuchs."

 

Da aller guten Dinge drei sind, hat sich noch ein drittes Paar eine geschnittene Kopfweide ausgeguckt und dort ein Nest gebaut. Ob und wann dort Jungstörche schlüpfen bleibt spannend, da es sich bei Letzteren um unerfahrene Weißstörche handelt, die wahrscheinlich zum ersten Mal brüten und später als die anderen Weißstörche mit der Brut begonnen haben.

 

Wer Weißstörche beim Brutgeschäft beobachten möchte kann dies täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr im NABU-Artenschutzzentrum erleben, Fernglas und Kamera sind dabei sicherlich von Vorteil.

 

 

Naturkundliche Viehmoorexkursion

Leiferde, Mai 2013

 

Am Sonntag, den 12.05.2013, bietet das NABU-Artenschutzzentrum eine Exkursion in das Naturschutzgebiet „Viehmoor“ bei Leiferde an. Das etwa 360 ha große Naturschutzgebiet setzt sich zusammen aus Wald- und Wiesenbereichen und einer ca. 36 ha großen Teichlandschaft, welche auch Ziel der etwa 2-stündigen, von Florian Preusse fachkundig geleiteten Wanderung sein wird. Ein Schwerpunkt der Exkursion liegt wie immer auf den Lautäußerungen heimischer Singvögel. Neben den Singvögeln lassen sich zumeist zahlreiche weitere, häufig auch seltene Tierarten beobachten, die den besonderen ökologischen Wert des Viehmoores erkennen lassen.

Wer Interesse an dieser schönen Exkursion hat, sollte sich in der Woche vormittags telefonisch unter 05373/6677 im NABU-Artenschutzzentrum anmelden. Treffpunkt ist um 9.00 Uhr auf dem Parkplatz im Naturschutzgebiet Viehmoor, die Kosten liegen bei 8 € für Erwachsene und 5 € für Jugendliche.

 

 

Storchenfest am 21. April

Die Vorbereitungen für das Storchenfest am Sonntag den 21. April von 11.00 bis 17.00 Uhr sind in vollem Gange.„Normalerweise“, berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum, "ist zu dieser Zeit grade die Obstbaumblüte vorbei und der Schlupf der Weißstörche steht unmittelbar bevor. Doch diese Jahr ist alles anders“. Die Frage nach dem Wetter steht bei den Vorbereitungen immer wieder im Mittelpunkt und ist nicht zu beeinflussen.

 

Wie jedes Jahr so wartet auch dieses Jahr das Zentrum wieder mit einer vielzahl an Attraktionen für Groß und Klein auf. Natürlich stehen hierbei die tierischen Bewohner im Mittelpunkt.

Gleichzeitig werden viele Stände mit diversen Informationen, Leckereien und Bastelmöglichkeiten vorhanden sein.

 

Zahlreiche Störche, Mäusebussarde, Land- und Wasserschildkröten werden zu sehen sein. Zudem werden, bei freiem Eintritt, Führungen über das Gelände des Zentrums angeboten.

 

Wer mit dem Rad kommt, wird gleich mit einem kostenlosen Begrüßungsgetränk empfangen.

Am Pavillon des KiKi-Kinderklubs können sich die Besucher über die Aktivitäten zur naturerlebnispädagogischen Arbeit informieren. Kleine Besucher können in der Weidenhütte u.a.Nistkästen nach ihren eigenen Vorstellungen bemalen, Zick-Zack-Schlangen basteln oder sich tierisch schminken lassen.

Ein Bücherpavillon lädt wieder zum Schmöckern ein und hält Bücher, CDs etc. für alle Altersgruppen bereit. Auch Nisthilfen der unterschiedlichsten Arten warten hier auf ihre neuen Besitzer.

Das Informationsangebot ist vielfältig und wird von der Imkerfamilie Klatt mit Bienenvolk, der Jägerschaft Hegering Hehlenriede mit Frettchen, Wildschwein und Jagdhunden, der Gärtnerei Blattgrün, dem Storchenbetreuer Herr Behrmann, der Natur-AG des Sibylla-Merian Gymnasiums und vielen anderen Akteuren bestritten. Wer Fragen zu Hornissen, Wespen und Wölfen hat ist beim Ehepaar Preusse bestens aufgehoben, weitere Fragen rund um das Thema Natur werden gerne an den Ständen des NABU Wienhausen, NABU Gut Sunder oder des NABU Kreisverbandes Gifhorn beantwortet.

 

„Wie jedes Jahr wird es wieder eine große Tombola mit mehr als 1.000 Preisen geben“, erläutert Bärbel Rogoschik. „Die Einnahmen aus dem diesjährigen Storchenfest werden für das Projekt der Europäischen Sumpfschildkröte verwendet“ verrät sie weiter.

 

Auch das leibliche Wohl darf natürlich nicht zu kurz kommen. So wird im Seminarraum des NABU-Artenschutzzentrums wieder das „Cafe“ eingerichtet, wo leckerer Kuchen und Kaffee anboten wird, während es im Hof frisch gemachte Waffeln gibt. Wer es lieber herzhaft mag wendet sich der Bratwurstbude zu, wo es zur Freude der Kinder auch Pommes geben wird.

 

Wer noch ein Geschenk für den Muttertag oder zur Konfirmation benötigt, kann u.a. peruanischen, handgefertigten Schmuck mit tierisch schönen Motiven oder handgetöpferte Vögel erwerben.

 

Alle Besucher sind herzlich willkommen und werden bei hoffentlich schönem Wetter einen tollen Tag im NABU-Artenschutzzentrum erleben können!.

 

 

Osterferienspaß geht weiter

Leiferde, März 2013

 

Auch für die zweite Woche der Osterferien hat das NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde ein abwechslungsreiches Ferienprogramm zusammengestellt. An insgesamt drei Terminen können Kinder hier im NABU-Artenschutzzentrum oder im angrenzenden Naturschutzgebiet Viehmoor einige Stunden bei spannenden Geschichten rund um die Tiere der Pflegestation oder der heimischen Natur verbringen.

 

Los geht es am Dienstag, den 26. März in der Zeit von 14.00 – 16.00 Uhr mit der Ferienspaßaktion „Drachen basteln leicht gemacht“. Mit einfachen Mitteln wollen wir einen Drachen basteln der ideale Flugeigenschaften besitzt. Der Bastelspaß eignet sich für Kinder von sieben bis elf Jahren und kostet neun Euro pro Kind. Eine verbindliche Anmeldung bis zum 22. März ist erforderlich. Bitte eine Drachenschnur mitbringen!

 

Auf unserer Entdeckungsreise entlang der Teiche im Viehmoor werden wir am Mittwoch, den 27. März verschiedene Tier- und Pflanzenarten aufspüren. Denn dann sind wieder von 14.30 Uhr – 17.00 Uhr die „Wasserdetektive unterwegs“. Wir werden mit etwas Glück neben

Grasfröschen und Wasserfröschen auch die sehr seltenen Moorfrösche sehen und klären, wie es den Wasserbewohnern gelingt, im Teich zu überleben.

Anhand der von uns entdeckten Wassertiere werden wir im Anschluss sogar die Qualität des Wassers bestimmen können. Die Abenteueraktion eignet sich für Kinder von sieben bis elf Jahren und kostet acht Euro pro Kind.

Eine verbindliche Anmeldung bis zum 25. März ist ebenso erforderlich wie das Mitbringen von Gummistiefeln. Treffpunkt ist der Parkplatz im Viehmoor.

 

Am Donnerstag, den 28. März findet dann in der Zeit von 14.00 – 16.00 Uhr die Osterferienspaßaktion „Ei, Ei, Ei, spannendes rund um’s Osterei“ statt. An diesem Nachmittag färben wir Eier mit selbst hergestellten Naturfarben. Aus Naturmaterialien wie zum Beispiel Kamillenblüten, Roter Bete oder Zwiebelschalen entstehen so aus den Eiern kleine Kunstwerke.

Die bunten Eier können dann natürlich auch mit nach Hause genommen werden. Die Ferienspaßaktion ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet und kostet sechs Euro pro Kind. Eine verbindliche Anmeldung bis zum 26. März sowie das Mitbringen von drei gekochten Eiern (weiß) ist erforderlich.

 

 

Frida kam, sah und siegte

Leiferde, März 2013

Das Leiferder Storchenpaar ist wieder vereint

 

Freudige Aufregung herrschte am Dienstagnachmittag um 16.30 Uhr im NABU-Artenschutzzentrum als Praktikantin Maren mit der Information vom Rundgang kam, dass ein zweiter Storch auf dem Schornstein des Zentrums gelandet sei. Wenige Minuten später kam es gleich zu den ersten Paarungen.

 

Nachdem Fridolin am 18.2.2013 bei kühlen Temperaturen wieder den Schornstein der alten Molkerei bezogen hatte, fing die Zeit des Wartens für ihn an. Hin und wieder brachte er Nistmaterial zum Horst, schmiss altes Material raus, flog auf den Giebel des Wohnhauses und wartete.

„Viele Menschen haben uns angesprochen, ob es nicht zu kalt für ihn sei“, berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum, „doch das Federkleid schützt einen Storch auch vor kalten Temperaturen“. So früh wie in diesem Jahr war Fridolin allerdings bisher noch nicht in seiner Brutheimat und mit diesem Wetter hatte er bestimmt nicht gerechnet.

Die Zeit des Wartens hat für Fridolin jetzt jedenfalls ein Ende und er genießt die Zweisamkeit mit Frida.

 

 

Jahresbilanz 2012

Leiferde, März 2013

1.854 Pflegetiere aus 178 Arten

1.990 Teilnehmer bei 125 Veranstaltungen

 

Das Jahr 2012 erwies sich als ein erwartet schwieriges Jahr, da schon im vorherigen Jahr befürchtet wurde, dass der Wechsel vom Zivil- zum Bundesfreiwilligendienst nicht ohne Schwierigkeiten von statten gehen würde. Dennoch kam das NABU-Artenschutzzentrum wie gewohnt seinen Aufgaben nach, indem 1.854 Tiere aus 178 Arten aufgenommen und 125 Veranstaltungen angeboten wurden, an denen 1.990 Personen teilnahmen.

 

Im Bereich der Pflegetiere wurde der Hauptanteil wieder von den einheimischen Vögeln gestellt, welche in der Bilanz mit 1.218 Tieren aus 96 Arten zu Buche schlugen. Greifvögel und Eulen waren hier mit 117 bzw. 47 Tieren vertreten. Wie auch im Vorjahr bewegte sich die Anzahl der in Leiferde gepflegten Weißstörche (30 Ind.) auf hohem Niveau, was sicher mit der erfreulicherweise wachsenden Zahl an wildlebenden Tieren zu erklären ist.

 

Die Zahl der im vergangenen Jahr gepflegten Reptilien und Amphibien (138 Tiere/27 Arten) ist im Vergleich zu Vorjahr gesunken, was aber sicher nicht mit einer Entspannung in diesem Bereich zusammenhängt. Vielmehr erweist sich die Abgabe bestimmter Artengruppen in den letzten Jahren als zunehmend schwierig, so dass im vergangenen Jahr zahlreiche Terrarien mit „Dauergästen“ belegt waren und die Aufnahme weiterer Tiere zeitweise nicht möglich war.

 

Im Gegensatz zu der eben aufgeführten Gruppe hat die Anzahl der versorgten Säugetiere (350 Ind./22 Arten) zugenommen. Ursache hierfür ist vor allem die gestiegene Zahl eingelieferter Igel (216 Tiere). Nachdem bereits im Jahr 2011 zwei Wildkatzen im NABU-Artenschutzzentrum versorgt wurden, setzte sich diese Tendenz im vergangenen Jahr mit gleich fünf Tieren fort. Zwei von ihnen konnten zum Ende des Jahres ausgewildert werden, die übrigen drei sollen im Frühjahr 2013 folgen.

 

Nach Auswertung der Herkunft der hier gepflegten Tiere bleibt festzustellen, dass dem NABU-Artenschutzzentrum als Wildtierauffangstation weit über die Kreisgrenze hinaus eine hohe Bedeutung zukommt. Insgesamt wurden dem NABU-Artenschutzzentrum die Pflegetiere aus 42 Landkreisen zugetragen, welche in 7 Bundesländern beheimatet sind.

 

Bei den Ursachen, welche die Einlieferung von Tieren zur Folge hatten, fanden im Vergleich zum Vorjahr kaum Veränderungen statt, so dass sich die vier zahlenmäßig stärksten Kategorien in unveränderter Reihenfolge zeigten. Die häufigsten Einlieferungsgründe waren der Verlust der Elterntiere (692 Ind.), gefolgt von Kollisionsopfern (242 Ind.), Verletzungen durch andere Tiere (meist Haustiere) (144 Ind.) sowie ausgesetzte oder entwichene Tiere (107 Ind.).

 

Auch die Auswertung der Einlieferungszeiten bestätigte weitgehend die Ergebnisse des Vorjahres. Somit wurde wieder etwa ein Drittel aller Pflegetiere außerhalb der regulären Geschäftszeiten von 9.00 bis 17.00 Uhr im NABU-Artenschutzzentrum abgegeben. Besonders bemerkbar macht sich dies in der Jungtierzeit von Mai bis August, wo Tiere bis 22:00 Uhr in Leiferde abgegeben werden können. Für Notfälle außerhalb dieser Zeiten existiert zudem eine Hotline, über welche jederzeit ein Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums zu erreichen ist.

 

Im Bereich der Umweltbildung konnten die Zahlen der Vorjahre nicht ganz gehalten werden. Durch den Ausfall einer Umweltbildungskraft konnten einige Veranstaltungen nicht stattfinden bzw. mussten Anfragen abgelehnt werden. Dennoch wurden 125 Veranstaltungen durchgeführt, an denen 1.990 Personen teilnahmen. Auch das Storchenfest wurde bei schönstem Frühlingswetter mit 4.000 Besuchern wieder ein voller Erfolg.

 

Einen großen Anteil an der erfolgreichen Arbeit des NABU-Artenschutzzentrums hatte auch im vergangenen Jahr wieder der Förderkreis, welcher über finanzielle Mittel sowohl im personellen als auch im baulichen Bereich großzügige Unterstützung leistete. Neben der Finanzierung mehrerer Mitarbeiter beteiligte sich der Förderkreis mit 50.000 Euro an den Baukosten einer Anlage zur Haltung und Zucht der Europäischen Sumpfschildkröte. Das Projekt wäre allerdings ohne den Hauptgeldgeber, der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die das Projekt mit 111.800,- Euro fördert, nicht möglich gewesen.

Wie Uwe-Peter Lestin, Vorsitzender des Förderkreises des NABU-Artenschutzzentrums betonte, ist das Projekt zur Europäischen Sumpfschildkröte bestens geeignet, um der Arbeit des NABU-Artenschutzzentrums künftig noch mehr Gewicht zu verleihen: „Die Europäische Sumpfschildkröte ist eine Art, welche ursprünglich in Niedersachsen heimisch war und ganz offensichtlich durch den Menschen ausgerottet wurde. Dementsprechend aussichtsreich ist der Versuch, diese Art zu züchten und in geeigneten Bereichen wieder auszuwildern. Darüber hinaus besteht durch die enge Vernetzung von praktischem Artenschutz und Umweltbildung die Möglichkeit, die hervorragende Arbeit des NABU-Artenschutzzentrums stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und so auch Zukunftssicherung zu betreiben“.

 

 

Erster Storch 2013 im NABU-Artenschutzzentrum gelandet

Leiferde, Februar 2013

 

Trotz der anhaltend kühlen Temperaturen ist am 18.02.2013 der erste Storch auf dem Schornstein des NABU-Artenschutzzentrums gelandet. Damit setzt sich eine kleine Tradition fort, denn auch in den letzten beiden Jahren konnten sich die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums ebenfalls bereits im Februar über die Ankunft ihres Wappenvogels freuen. Die Tatsache, dass die Zahl der im Februar oder Anfang März zurückkehrenden Störche in unseren Breiten stetig zunimmt lässt vermuten, dass sich in Ostniedersachsen mehr und mehr die westziehenden Individuen durchsetzen. Diese ziehen im Winter zum Teil nur noch bis nach Spanien und sind aufgrund der verhältnismäßig kurzen Zugstrecke entsprechend frühzeitig wieder im Brutgebiet. Ob es sich bei dem Leiferder Neuankömmling allerdings um ein Tier des ortsansässigen Brutpaares handelt, konnte bislang nicht bestätigt werden, wie Bärbel Rogoschik, die Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums berichtete: „Da sowohl das Männchen als auch das Weibchen unseres Brutpaares nicht beringt sind ist es nicht ohne weiteres möglich die Tiere als die unseren zu erkennen. Der Storch auf dem Schornstein macht aber einen sehr vertrauten Eindruck und bastelt auch schon eifrig am Nest herum“. Wer sich den Storch auf dem Schornstein und auch einige Artgenossen in den Freigehegen ansehen möchte, für den bietet sich ein Rundgang über das Stationsgelände an. Das NABU-Artenschutzzentrum hat täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

 

Mittlerweile konnten wir den Neuankömmling genauer betrachten und ihn eindeutig als Fridolin identifizieren!

 

Erneut "wilde Katzen" = Wildkatzen? in der Aufzucht

Leiferde, Dezember 2012

 

Nach den ersten beiden Wildkatzen im Jahr 2010 aus dem Harz, folgten dieses Jahr im Juli 2 männliche junge Wildkatzen von 2 unterschiedlichen Fundorten ebenfalls aus dem Harz. Als wenige Wochen alte Tiere wurden sie erfolgreich im NABU-Artenschutzzentrum aufgezogen und im Herbst diesen Jahres mit einem Gewicht von über vier Kilogramm ausgewildert.

„Doch damit sollte die Wildkatzensaison noch nicht beendet sein,“ berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum. „Ende November wurden uns erneut 2 junge weibliche Wildkatzen aus dem Tierheim Wolfenbüttel gebracht. Dem Aussehen und dem Verhalten nach könnte es sich auch hierbei durchaus um Wildkatzen handeln“, berichtet Rogoschik weiter, „doch auch hier verlassen wir uns auf das Ergebnis der DNA-Untersuchung“. Zu diesem Duo wird noch eine dritte junge, schon DNA untersuchte, Wildkatze stoßen, die in Göttingen Elliehausen verletzt aufgegriffen wurde.

Damit ist das Damen-Trio perfekt und die Katzen werden bis zu ihrer Wiederauswilderung, vermutlich im Frühjahr 2013, im NABU-Artenschutzzentrum aufwachsen.

 

An die Bevölkerung ergibt sich hieraus eine dringende Bitte, nicht jedes hilflos erscheinende Tier, in diesem Falle junge Katzen als mutterlos zu betrachten und im Tierheim abzugeben. Für Tierheimmitarbeiter ergibt sich die Überlegung bei verwaschen-getigerten jungen Katzen, die dauerhaftes Abwehrverhalten zeigen, auch mal an Wildkatzen zu denken und für weitere Absprachen sich gerne mit dem NABU-Artenschutzzentrum in Verbindung zu setzen.

 

 

Ergebnis der DNA-Untersuchung liegt vor

Leiferde, September 2012

 

Vom Team im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde (bei Gifhorn), werden zur Zeit 2 seltene Pfleglinge aufgepäppelt. "Bei den beiden im Juli aus dem Harz aufgenommenen Katzen handelt es sich tatsächlich um 'echte Wildkatzen'. Das ergab jetzt eine Untersuchung der Erbsubstanz", berichtete Bärbel Rogoschik, Leiterin NABU-Artenschutzzentrum.

 

"Beide Tiere sehen vom äußeren Erscheinungsbild zwar nach Wildkatze aus und benehmen sich auch so, eine Gewissheit bringt aber nur die wissenschaftliche Untersuchung. Nun wissen wir, dass es Wildkatzen sind. Wie der Name sagt, sind die Beiden in ihrem Verhalten sehr wild und keineswegs menschenbezogen", betonte Bärbel Rogoschik. Mittlerweile wurden die Tiere vergesellschaftet und werden in einer nicht einsehbaren Voliere gehalten, in der sie zumeist einträchtig nebeneinander liegen.

 

Die Tiere stammen von zwei unterschiedlichen Orten aus dem Harz. Während der eine Katzenwelpe von Touristen mitgenommen wurde, fiel der andere in einen tiefen Brunnenschacht, aus dem dieser gerettet werden konnte. Beide Tiere wurden zur Aufzucht in das NABU-Artenschutzzentrum gebracht und getrennt gehalten. Während eine Katze mit einer Augenentzündung und triefender Nase das Fressen einstellte und ein paar Tage mit Medikamenten und zwangsweiser Ernährung versorgt werden musste, gestaltet sich die Aufzucht der anderen unproblematisch, wenn man von den Attacken mit Fauchen, Spucken etc. absieht.

 

Langfristig sollen die Wildkatzen im Harz wieder ausgesetzt werden, doch dafür müssen sie noch etwas erwachsener werden, sagte Rogoschik.

 

Erneut Schwarzstorch im NABU-Artenschutzzentrum aufgenommen

Diesjähriger Schwarzstorch im NABU-Artenschutzzentrum

Leiferde, September 2012

 

Mit geschätzten 60 Brutpaaren gehört der Schwarzstorch in Niedersachsen immer noch zu den seltenen Brutvogelarten. Umso überraschender, das am letzten Sonntag erneut ein sehr stark abgemagerter Schwarzstorch in das NABU-Artenschutzzentrum gebracht wurde. Es ist damit der fünfte Schwarzstorch, der dieses Jahr nach Leiferde gebracht wurde. Allen aufgenommenen Schwarzstörchen gemeinsam ist, dass sämtliche Tiere sehr stark abgemagert waren. Leider kam für zwei der Tiere jede Hilfe bzw. Nahrung zu spät. Ein Tier wurde bereits ausgewildert, ein weiterer verbleibt auf Grund einer Verletzung vorerst als Pflegling im Zentrum und der letzte Neuzugang muß einfach nur essen und an Gewicht zulegen.

„Das hört sich einfach an“ berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum, „aber es stellt uns vor einige Probleme bezüglich der Futterbeschaffung. Am liebsten mögen Schwarzstörche Süßwasserfische. „Wenn wir schnabelgerechten Fisch anbieten,“ so Rogoschik“ ist der Eimer so schnell leer, so schnell kann man kaum kucken und Fisch ist bei uns leider eine knappe Ressource“. Wer also Fisch oder eine Spende zur Beschaffung von Fisch übrig hat, kann sich gerne vormittags unter Tel 05373/6677 oder per Mail mit dem NABU-Artenschutzzentrum in Verbindung setzen.

 

 

Hilfe von der Post - Geschäftsbereich Vertrieb Nord

Leiferde, September 2012

 

Am Donnerstag den 6. September war ein besonders emsiges Treiben auf dem gesamten Außengelände des NABU-Artenschutzzentrums zu beobachten. Zwölf Postmitarbeiter aus dem Geschäftsbereich Vertrieb Nord waren aus nah und fern (Berlin, Grömitz, Hannover etc.) angereist, um im NABU-Artenschutzzentrum aktiv zu sein.

 

So wurde tatkräftig Sand in die zukünftige Anlage für die Europäischen Landschildkröten geschaufelt und Früchte aller Art geerntet. Hagebutten, Äpfel, Birnen und Holunderbeeren wanderten in Eimer und Stiegen, um als Futter für die im Zentrum gepflegten Tiere zu dienen.

Der Schweiß lief teilweise in Strömen, die Stimmung war toll, der zu schaufelnde Sandberg schmolz und die Obstbehältnisse füllten sich.

 

Papageien, Schildkröten und Co. sowie die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums sagen Dank für die super Unterstützung!

 

 

Ausbildung zum Tierpfleger/In

Nur selten ist die Arbeit so einfach wie das Wiegen eines Igels

Leiferde, Juli 2012

 

Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, im Landkreis Gifhorn gelegen, bietet für einen jungen Menschen aus der Stadt Wolfsburg bzw. aus dem Landkreis Gifhorn eine Ausbildungsstelle zum Zootierpfleger/In an.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und beginnt im August dieses Jahres.

Alljährlich werden in der niedersächsisch anerkannten Betreuungsstation circa 2.000 Tiere in 180 verschiedenen Arten aufgenommen, die hilflos aufgefunden, verletzt oder beschlagnahmt wurden.

Ein Großteil davon sind Jungvögel, die teilweise alle 20 Minuten, 16 Stunden am Tag versorgt werden müssen. Aber auch Säugetiere vom Igel bis zur Fledermaus oder Reptilien von der Boa bis zum Skink werden im Zentrum versorgt.

„Der Beruf des Tierpflegers weicht meist von dem in den Medien gezeigten Bild ab“, berichtet die Leiterin des Zentrums Bärbel Rogoschik. „So bilden die Futterzubereitung und Versorgung sowie das Säubern von Gehegen, Volieren und Käfigen den Hauptbestandteil der Arbeit. Während die Reinigungsarbeiten körperlich sehr anstrengend sein können, muss man beim Futter speziell auf die Bedürfnisse des einzelnen Pfleglings eingehen. Ein Fehler kann hier schlimme Folgen haben. Daher ist in diesem Beruf viel lesen und lernen angesagt.

 

Wer viel Verantwortungsbewusstsein, Geduld und Zuverlässigkeit aufweist, Fitness und Flexibilität und einen Führerschein besitzt, in Wolfsburg oder im Landkreis Gifhorn wohnt und vor allem viel Freude im Umgang mit Tieren und Menschen besitzt, kann sich schnell mit den üblichen Bewerbungsunterlagen elektronisch unter nabuartenschutzzentrum@t-online.de bewerben. Weitere Informationen finden sich auch auf der Internetseite des NABU-Artenschutzzentrums unter www.nabuzentrum-leiferde.de.

 

 

Eulenschwemme im NABU-Artenschutzzentrum

Leiferde, Juni 2012

 

Die Aufzucht junger Eulen ist jedes Jahr fester Bestandteil des Aufgabenbereiches der Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums. In diesem Jahr ist die Situation jedoch eine besondere, da sich die Pfleglinge fast ausschließlich aus den ansonsten seltener im NABU-Artenschutzzentrum zugegen Waldohreulen summieren. Bereits 14 Jungtiere dieser Art wurden im Laufe des Frühjahres zur Aufzucht nach Leiferde überführt. So zeigt sich auch Bärbel Rogoschik, die langjährige Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, überrascht von der derzeitigen Situation: „Normalerweise werden uns neben zahlreichen jungen Waldkäuzen nur wenige Waldohreulen zur Aufzucht überbracht. In diesem Jahr ist es genau umgekehrt. Fast jedes Tier, welches als Waldkauz angekündigt war, entpuppte sich bei Ankunft als Waldohreule“.

Zu unterscheiden sind beide Arten am besten an der Augenfarbe, welche bei Waldohreulen leuchtend orange und bei den etwas kräftigeren Waldkäuzen rein schwarz ausgeprägt sind.

Bevor die im NABU-Artenschutzzentrum aufgezogenen Jungeulen- und Käuze wieder ausgewildert werden können, müssen sie zunächst ihre einwandfreie Flugfähigkeit unter Beweis stellen und lernen, lebende Mäuse zu fangen.

Bis es soweit ist, können einige dieser Tiere auf einem Rundgang über das Gelände des NABU-Artenschutzzentrums angeschaut werden. Das NABU-Artenschutzzentrum hat täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

 

 

Erneuter Kindersegen im NABU-Artenschutzzentrum

Leiferde, Juni 2012

 

Nachdem bereits Mitte Mai zwei Jungstörche im Brutkasten des NABU-Artenschutzzentrums das Licht der Welt erblickten, gibt es aus gleicher Ursache erneut Grund zur Freude. Am 09., 11. und 13. Juni schlüpften 3 weitere Babystörche, welche ohne menschliche Hilfe keine Überlebenschance gehabt hätten.

Im aktuellen Fall stammen die Eier aus einem Nest in Parsau im Landkreis Gifhorn, wo der weibliche Altstorch aus ungeklärten Gründen plötzlich nicht mehr am Nest erschien. Somit ergab sich in Parsau eine ähnliche Situation wie in Dannenbüttel, wo das Weibchen an Legenot verstarb. Da die jeweils verbliebenen Männchen allein nicht in der Lage wären die Eier auszubrüten geschweige denn die Jungen aufzuziehen, wurden nun auch in Parsau die Eier vom zuständigen Storchenbeauftragten Herrn Behrmann entnommen und dem NABU-Artenschutzzentrum zugeführt. Hier wurden die Eier postwendend in den Brutkasten verfrachtet und erfolgreich bebrütet.

Auch wenn für Bärbel Rogoschik, der Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, die Aufzucht von Jungstörchen keine neue Erfahrung darstellt, ist für sie die derzeitige Situation dennoch eine besondere: „Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, in welch kurzer Zeit sich ein Storch vom Schlüpfling zu einem flüggen Jungvogel entwickelt“.

Wer sich das bunte Treiben rund um das Leben der Störche einmal selbst anschauen möchte, kann dies gerne täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde tun. Derzeit sind neben 11 Pflegestörchen auch sieben freilebende Störche inkl. zweier Jungvögel auf dem Gelände des NABU-Artenschutzzentrums ansässig, wobei letztere sich ausgiebig mittels einer Live-Übertragung auf einen Monitor im Seminarraum des NABU-Artenschutzzentrums studieren lassen. Die im Brutkasten geschlüpften Jungvögel sind allerdings noch nicht für Besucher zu bewundern, da sie sich noch in den Aufzuchträumen befinden.

 

 

Storchennachwuchs aus dem Brutkasten

Leiferde, Mai 2012

 

Über nicht planmäßigen Nachwuchs freuen sich derzeit die Artenschützer aus Leiferde. So sind am Freitag, den 18.05.2012, zwei Jungstörche im Brutkasten geschlüpft, was nach ihrer Vorgeschichte nicht mehr unbedingt zu erwarten war. Die Eier stammen aus einem Nest aus Dannenbüttel, wo das hier ansässige Storchenweibchen aus bislang ungeklärter Ursache ums Leben kam. Nach Angaben des zuständigen Storchenbetreuers Herrn Behrmann, versuchte das Weibchen noch am Nachmittag des Tages mehrfach aufzustehen, sackte aber immer wieder in sich zusammen. Die für den nächsten Morgen geplante Bergungsaktion des verletzten oder kranken Tieres fand nicht statt, da das Weibchen am Abend des Vortages tot unter dem Nest aufgefunden wurde. Stattdessen wurden die nun vom Männchen behüteten Eier entnommen und in das NABU-Artenschutzzentrum nach Leiferde transferiert. Hier wurden die Eier umgehend in den bereits vorgewärmten Inkubator verfrachtet und in den folgenden Wochen mehrmals täglich gedreht. Mit Erfolg, wie sich später herausstellte, denn am 18.05. schlüpfte der erste Jungstorch. Eine etwas schwierigere Geburt hat der zweite Storch hinter sich. Er befand sich in einer solch unglücklichen Position im Ei, dass er sich kaum bewegen und das Loch in der Schale nicht ausreichend erweitern konnte. Nach deutlich über 20 Stunden und nachlassenden Kräften des Jungstorches wurde beschlossen nachzuhelfen, indem die Schale Stück für Stück entfernt wurde. Auch dieses riskante Unterfangen führte zum gewünschten Erfolg, sodass sich nun beide Jungstörche bester Gesundheit erfreuen.

Auch wenn das Dannenbütteler Weibchen ums Leben gekommen ist, überwiegt für Bärbel Rogoschik, der Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, die Freude über den Schlupf der beiden Jungstörche: „Dass in der freien Wildbahn mal ein Storch verstirbt können wir nicht verhindern. In diesem Fall konnten wir aber immerhin noch den Nachwuchs retten, der ohne menschliche Hilfe keine Überlebenschance gehabt hätte“.

 

 

 

Große Freude: Drei Störche sind geschlüpft

Archivfoto von Jungstörchen

Leiferde, April 2012

 

„Guck mal drei kleine Störche“ lautete der Ausruf eines kleinen Besuchers einer Kindergartengruppe der Umgebung als am 26.04.2012 zum ersten Mal alle drei kleinen Störche im NABU-Artenschutzzentrum beobachtet werden konnten.

Nach circa 30 Tagen Brutzeit ist das erste Storchenkind wahrscheinlich zum Storchenfest am 22.04.2012 in luftiger Höhe geschlüpft. „Im Trubel des Storchenfestes haben wir dies gar nicht bemerkt,“ berichtet Bärbel Rogoschik schmunzelnd.

Bis zum 26.04.2012 erblickten zwei weitere kleine Störche das Licht der Welt.

Während ein Weißstorch ständig am Nest bleibt, um die Jungen unter anderem vor Sonne und Regen zu schützen, ist der Partner für die Nahrungsbeschaffung zuständig.

 

Wer ebenfalls Lust hat das Storchenpaar und seinen Nachwuchs im Nest zu bestaunen kann dies durch eine Kamera mit Blick ins Nest im NABU-Artenschutzzentrum von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr tun.

 

Zur Situation der Storcheneier aus Dannenbüttel kann momentan noch keine Aussage zum Erfolg gemacht werden. Es wird weiterhin im NABU-Artenschutzzentrum versucht die Eier in einer Brutmaschine auszubrüten.

 

 

Storchenfest am 22. April von 11.00 bis 17.00 Uhr

Leiferde, April 2012

 

Pünktlich zum Storchenfest am 22. April steigt wieder die Spannung im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde. Fragen wie: Wurde an alles gedacht?, Wie wird das Wetter? oder Werden viele Besucher kommen?, kreisen in den Köpfen der Mitarbeiter. An oberster Stelle hierbei steht allerdings die Frage: Schlüpfen die kleinen Störche zum Storchenfest? „Es könnte vom Zeitpunkt durchaus möglich sein“, berichtet Bärbel Rogoschik, Leiterin NABU-Artenschutzzentrum, „es ist in den vergangenen Jahren auch schon passiert.“ Einblick ins Storchennest ermöglicht eine Kamera auf dem Dach, die die Bilder in den Seminarraum überträgt.

 

Darüber hinaus gibt es wieder zahlreiche Attraktionen für Groß und Klein, die sich über das Gelände verteilen. Neben vielen Ständen stehen die tierischen Bewohner im Mittelpunkt. Zahlreiche Störche, Mäusebussarde, Land- und Wasserschildkröten, Papageien und erstmals auch zwei Riesenschlangen werden in einem Freilandterrarium zu sehen sein. Zudem werden, bei freiem Eintritt, Führungen über das Gelände des Zentrums angeboten.

 

Pünktlich zum Storchenfest wird auch das Storchenradtourennetz eröffnet, das vom NABU-Kreisverband Gifhorn initiiert wurde. Die Storchenradtouren verbinden auf landschaftlich schönen Strecken die Storchennester der Region, ausgestattet mit entsprechenden Informationstafeln über das Leben der Störche. Wer mit dem Rad kommt, wird gleich mit einem kostenlosen Begrüßungsgetränk empfangen.

Die Einnahmen aus dem diesjährigen Storchenfest werden für den Anbau eines Raumes zur Aufzucht der Europäischen Sumpfschildkröte verwendet.

Am Pavillon des KiKi-Kinderklubs können sich die Besucher über die Aktivitäten zur naturerlebnispädagogischen Arbeit informieren. Kleine Besucher können in der Weidenhütte Nistkästen nach ihren eigenen Vorstellungen bemalen, aus Salzteig Tierfiguren herstellen oder eine Zickzackschlange basteln.

 

Ein Bücherpavillon lädt wieder zum Schmöckern ein und hält Bücher, CDs etc. für alle Altersgruppen bereit. Auch Nisthilfen der unterschiedlichsten Arten warten hier auf ihre neuen Besitzer.

 

Den Tag über findet das gemeinsam von VW und NABU veranstaltete Spritspartraining unter dem Motto „Clever fahren - Sprit sparen“ statt. Wer einen der begehrten Plätze ergattern möchte, kann sich per Mail bis Donnerstag, 19. April unter NABUArtenschutzzentrum@t-online.de melden. 20 Plätze werden im Vorfeld verlost, weitere 20 Plätze stündlich am Tag des Storchenfestes.

 

„Wie jedes Jahr wird es wieder eine große Tombola mit 1.000 Preisen geben“, erläuterte Bärbel Rogoschik. „Die Einnahmen aus dem diesjährigen Storchenfest werden für den Anbau eines Raumes zur Aufzucht der Europäischen Sumpfschildkröte verwendet.“ verrät sie weiter.

 

Auch das leibliche Wohl darf natürlich nicht zu kurz kommen. So wird im Seminarraum des NABU-Artenschutzzentrums wieder das „Cafe“ eingerichtet, wo leckerer Kuchen und Kaffee angeboten wird, während es im Hof frisch gemachte Waffeln und Eis gibt. Wer es lieber herzhaft mag, wendet sich der Bratwurstbude zu, wo es zur Freude der Kinder auch Pommes geben wird.

 

 

Jahresbilanz 2011: 1.840 Pfleglinge aus 188 Arten

Leiferde, März 2012

 

Ungeachtet umfangreicher personeller Umstrukturierungen - bedingt durch den Wegfall des Zivildienstes und die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes - musste der Betrieb im NABU-Artenschutzzentrum weiterlaufen. So wurden im vergangenen Jahr 1.840 Tiere aus 188 Arten versorgt und in der Umweltbildung wurden 163 Veranstaltungen angeboten, welche von 2.587 Personen genutzt wurden.

 

Vor allem in personeller Hinsicht blickt Bärbel Rogoschik, die Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, auf ein schwieriges Jahr 2011 zurück: „Durch den nicht verhinderbaren Systemwechsel hatten wir nicht nur wie üblich im Bereich der Tiere einen hohen Durchsatz, sondern auch in personeller Sicht. Zudem fiel der Wechsel genau in die Zeit der Jungtieraufzucht, wo wir von jeher auf flüssige Arbeitsabläufe angewiesen sind“.

 

Der Hauptanteil der Pflegetiere summierte sich auch im vergangenen Jahr aus heimischen Wildvögeln, von denen 1.277 Tiere aus 90 Arten in Leiferde versorgt wurden. Unter Ihnen befanden sich 121 Greifvögel und 23 Eulen. Für letztere bedeutet dies den schwächsten Wert seit mindestens 10 Jahren. Gegenteiliges lässt sich von Weißstörchen berichten, welche gleich mit 38 Individuen zugegen waren.

 

Ebenfalls auf hohem Niveau bewegte sich mit 167 Tieren aus 40 Arten die Anzahl der aufgenommenen Reptilien (und Amphibien). Diese Zahl wäre sicher deutlich höher ausgefallen, sofern die Aufnahmekapazitäten des NABU-Artenschutzzentrums die Unterbringung weiterer Tiere zugelassen hätten.

 

Darüber hinaus wurden als zahlenmäßig starke Gruppe 247 Säugetiere aus 16 Arten im NABU-Artenschutzzentrum beherbergt. Mit 164 Tieren spielten Igel hierbei eine besondere Rolle. Besonders erfreulich war die Auswilderung einer handaufgezogenen Wildkatze.

 

Anhand der Auswertung der Herkunft der gepflegten Tiere offenbarte sich einmal mehr, dass sich der Einzugsbereich des NABU-Artenschutzzentrums deutlich weiter als auf die umliegenden Landkreise erstreckt. Insgesamt stammen die im vergangenen Jahr in Leiferde gepflegten Tiere aus über 40 verschiedenen Landkreisen.

 

Bezüglich der Einlieferungsursachen bestätigten sich die Auswertungsergebnisse der vergangenen Jahre. So war auch im Jahr 2011 der (vermeintliche) Verlust der Elterntiere die häufigste Ursache (709 Tiere), welche eine Einlieferung in das NABU-Artenschutzzentrum zur Folge hatte. Mit reichlich Abstand folgten die Kategorien „Kollisionsopfer“ (200 Ind.), „Verletzung durch Tiere“ (155 Ind.), sowie „Entwichen/Ausgesetzt“ (134 Ind.).

 

Nicht unerwartete Auffälligkeiten gab es bei der Auswertung der Einlieferungszeiten. Bedingt durch die bereits erwähnten personellen Veränderungen ist das NABU-Artenschutzzentrum nachts nicht mehr besetzt, so dass die Abgabe von Tieren zu diesen Zeiten nur noch in Ausnah-mefällen möglich ist. Joachim Neumann, Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums, weist jedoch darauf hin, dass das NABU-Artenschutzzentrum zwar nicht mehr rund um die Uhr besetzt, dennoch aber rund um die Uhr erreichbar ist: „Für Notfälle haben wir eine Hotline eingerichtet, über die ein Mitarbeiter des Zentrums jederzeit erreichbar ist. Erfahrungsgemäß lassen sich viele Probleme telefonisch lösen, in Ausnahmefällen kann aber auch eine kurzfristige Übergabe von Tieren verabredet werden“.

 

Neben seiner Funktion als Wildtierauffangstation wurde das NABU-Artenschutzzentrum auch seinem Umweltbildungsauftrag gerecht. Bei insgesamt 163 Veranstaltungen konnten 2.587 Teilnehmer der unterschiedlichsten Altersklassen begrüßt werden. Als besonders beliebt zeigten sich einmal mehr die Kindergeburtstage, welche allein 57 Mal gebucht wurden. Darüber hinaus fanden 46 Seminare oder Ferienspaßaktionen und 20 Führungen statt.

 

Ein besonderes Ereignis war das Storchenfest, welches am 17. April bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 20° C fast 4.000 Besucher auf das Gelände des NABU-Artenschutzzentrums lockte.

 

Auch der Förderkreis war seinem Namen entsprechend im Jahr 2011 wieder sehr aktiv und unterstützte die Arbeit des NABU-Artenschutzzentrums großzügig mit der Finanzierung mehrerer Mitarbeiter. Wie Uwe-Peter Lestin, Vorsitzender des Förderkreises des NABU-Artenschutzzentrums, betonte, soll diese Art der Förderung auch künftig fortgesetzt werden: „ Die Unsicherheiten bei der Umstellung vom Zivil- zum Bundesfreiwilligendienst haben uns gezeigt, welchen Stellenwert personelle Planungssicherheit für die Arbeit des Zentrums innehat. Als Problem hat sich zudem in der Vergangenheit offenbart, dass bei einer realistischen Einarbeitungszeit von ca. 100 Tagen bei gleichzeitig immer kürzer werdenden Diensten die Qualität der Arbeit leidet. Wir haben uns deshalb entschlossen im nächsten Jahr eine Ausbildungsstelle zum Zootierpfleger zu finanzieren, um dieser Entwicklung gegenzusteuern. Da sich dankenswerterweise auch die Landkreis Gifhorn Stiftung und die Stadt Wolfsburg bereit erklärt haben jeweils eine Ausbildungsstel-le zu finanzieren, sehe ich das NABU-Artenschutzzentrum auf einem gutem Weg die erfolgreiche Arbeit auf einem hohen Niveau fortzusetzen“.

 

 

Das Storchenpaar ist wieder vereint

Frida und Fridolin wieder beisammen

Leiferde, März 2012

 

In den frühen Morgenstunden des 9. März war es dann soweit, der zweite Storch traf im NABU-Artenschutzzentrum ein. Es gab keine Zweifel, das das Paar sich kannte, fanden doch nach wenigen Minuten schon die ersten Paarungen statt.

„Dieses Verhalten zeigen Storchenpaare die sich schon kennen“, berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum. Bei neuen Paarbildungen dauert die Koordinierungsphase doch zumindest ein paar Stunden, wenn nicht einige Tage. Das ist hier eindeutig nicht der Fall gewesen.

 

Am 25. Februar landete der erste Storch im NABU-Artenschutzzentrum und seit dem warten die Artenschützer sehnlichst auf die Nummer zwei. Das Warten hat aber jetzt ein Ende und Frida und Fridolin sind wieder auf dem Schornsteinnest des NABU-Artenschutzzentrums vereint und werden wohl auch diesen Sommer für Storchennachwuchs sorgen. Und wer weiß….. am 22. April ist das Storchenfest und vielleicht ist dann schon etwas im Nest zu sehen.

 

 

Erster Storch im Artenschutzzentrum gelandet

Leiferde, Februar 2012

 

Nach den vergangenen regnerischen Tagen, gab es am Wochenende blauen Himmel und Sonne. Als Bärbel Rogoschik am Samstag den 25. Februar über den Hof des NABU-Artenschutzzentrums ging, hörte sie über sich ein Klappern. Der Blick bestätigte die Hoffnung, ein Weißstorch war auf dem Nest des Schornsteins gelandet.

Schnell lief sie in den Seminarraum, machte den Fernseher und die Kamera mit Blick auf das Nest an und schaute sich den Neuankömmling an. „Ich war natürlich gespannt, ob es sich beim dem Storch um unseren Fridolin, den alteingesessenen Brutstorch, handelt“. Der erste Blick galt den Beinen, der Storch war unberingt. Es konnte somit Fridolin sein. Der zweite Blick galt einem besonderen Erkennungsmerkmal von Fridolin. Er besitzt eine schwarze Feder auf seiner linken Seite, die eigentlich an dieser Stelle weiß sein müsste. Die nähere Betrachtung ergab jedoch keine Besonderheit. Also ist es nicht Fridolin.

Im letzten und vorletzten Jahr kam Fridolin am 27. Februar. Wenn er seinen Zeitplan der Vorjahre einhält, wird es im Laufe der Woche eintreffen und es wird eventuell zu einer Auseinandersetzung mit dem Neuankömmling kommen.

Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass es sich hier um Frida handelt, die leider kein eindeutiges Erkennungsmerkmal aufweist. Normalerweise kommen die männlichen Störche zuerst aus ihrem Winterquartier zurück. Aber vielleicht war dieses Jahr Frida schneller. Es bleibt somit sehr spannend was die nächsten Wochen bringen werden.

 

 

Der Spatz ist spitze!

Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel"

 

Leiferde, Januar 2012

 

Trotz Regen und teilweise stürmischem Wetter beteiligten sich erneut zahlreiche Vogelfreunde bundesweit und auch in Niedersachsen an Deutschlands größter Vogelzählung. Nach der Auswertung von rund 40.000 Einsendungen bundesweit mit mehr als 1.6 Millionen Vogelbeobachtungen legten heute der Naturschutzbund NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern LBV die Ergebnisse ihrer Mitmachaktion 'Stunde der Wintervögel' vor. Die bundesweite Zählung zeigt im zweiten Jahr der Aktion interessante Unterschiede zum vergangenen Jahr. So verlor die Kohlmeise bundesweit ihren Spitzenplatz als häufigster Wintervogel unserer Städte und Dörfer an den Haussperling. Auf den Plätzen drei und vier folgen Blaumeise und Feldsperling.

 

Der Haussperling hat es mit einem deutlichen Abstand von 2.300 Exemplaren auch in Niedersachsen an die Spitze geschafft und damit die Kohlmeise (21.737 Exemplare) von Platz 1 verdrängt. Insgesamt beteiligten sich in Niedersachsen knapp 6.000 Vogelfreunde (2011: 12.792) an der 'Stunde der Wintervögel' und meldeten 164.293 Vögel aus über 4.000 Gärten. Das sind aus Sicht der NABU Niedersachsen durchaus gute Zahlen: "Wir haben aufgrund des schlechten Wetters mit Regen und Sturm schon sowohl mit weniger Teilnehmern als auch mit weniger gemeldeten Vögeln gerechnet. Und außerdem kommen in milden Wintern tendenziell weniger Vögel an die Futterstellen, solange sie in Wald und Feld noch genügend zu fressen finden", kommentierte der NABU Niedersachsen den Rückgang, der auch bei den beobachteten Kohl- und Blaumeisen zu beobachten war. Davon konnte offenbar der ortstreue Haussperling profitieren, der runds um Jahr die Nähe zu den Menschen sucht.

 

Haussperling mit sechs Exemplaren in den Gärten, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling und Amsel lautet die Rangfolge der ersten fünf Plätze in Niedersachsen. Kohl-, Blaumeise und Amsel wurden fast aus jedem Garten gemeldet, Haus- und Feldsperling aus nahezu jedem Zweiten.

 

Deutlich abgenommen haben die Beobachtungen von Kohlmeise (minus 22 Prozent), Buchfink (- 46) und Rotkehlchen (- 29). Ohne Frost und geschlossene Schneedecke besteht für die Vögel kaum Bedarf, künstliche Futterangebote in Siedlungen in Anspruch zu nehmen - und genau dort wurden die Vögel im Vorjahr meist gezählt. "Die Zahlen bedeuten also nicht, dass die Bestände in großem Umfang zurückgegangen sind", erklärte der NABU. "Die gewohnten Vogelschwärme an Futterstellen sind zwar in diesem Jahr eher selten, die Vögel sind aber trotzdem da und einfach nur andernorts unterwegs, wo sie nicht so einfach gezählt werden konnten." Ob diese Rückgänge ursächlich nur auf den aktuellen milden Winter und eine geringe Präsenz am Futterhäuschen zurückzuführen seien, müssten weitere Beobachtungen wie im Mai zur 'Stunde der Gartenvögel' vom 11. bis 13. dann zeigen.

 

Zu den Besonderheiten des Winters zählen seit einiger Zeit auch Zugvögel, die unsere Breiten im Winter normalerweise verlassen, wie Star, Hausrotschwänze oder Mönchsgrasmücken. Trotz der milden Temperaturen setzte sich der Überwinterungstrend dieser Arten diesmal nicht fort - oder sie wussten sich besonders gut zu verstecken. "Die Meldungen der Vogelfreunde sind ausgesprochen hilfreich und zeigen wie wertvoll diese Form von 'Citizen Science' für die Forschung sein kann", betonte der NABU Niedersachsen.

 

Bestätigt hat sich das Fehlen der typischen Wintergäste aus dem Norden, wie Bergfinken oder Erlenzeisige", sagte ein Sprecher des NABU Niedersachsen. Die Erklärung dafür liege im bisher sehr milden Verlauf des Winters. Besonders auffallend sei jedoch, dass Amseln niedersachsen- und auch bundesweit um etwa ein Drittel weniger registriert wurden als noch vor einem Jahr. "Die stärksten Rückgänge gibt es im Dreiländereck zwischen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen und damit genau dort, wo im letzten Sommer eine Viruskrankheit zu einem Amselsterben geführt hatte. Die Abnahme der beobachteten Kohlmeisen und Amseln um rund ein Drittel in Niedersachsen kann mit der fehlenden Schneedecke erklärt werden, die vergangenes Jahr die Vögel an die Futterhäuser trieb", erläuterte der NABU die Zahlen.

 

Vogelzählungen im Rahmen von 'Citizen-Science'-Aktionen haben prominente Vorbilder. Bereits im Jahre 1900 rief der amerikanische Vogelkundler Frank Chapman erstmals zu einem 'Christmas Bird Count' auf. Die Aktion findet seither jährlich statt. Auch der britische NABU-Partner, die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), veranstaltet seit inzwischen mehr als 30 Jahren einen 'Big Garden Birdwatch'. Diese Langzeitstudien haben Vogelschützern bis heute eine Fülle wertvolle Informationen zum Schutz der Artenvielfalt geliefert.

Vom 11. bis 13. Mai folgt die Schwesteraktion "Stunde der Gartenvögel", bei der die Brutvögel im Mittelpunkt der Mitmachaktion stehen.

 

 

 

Ein kurzes Leben

Das Tier konnte leider nur noch tot geborgen werden!

Leiferde, Januar 2012

 

Weihnachten ist noch nicht lange vorüber und schon ist wahrscheinlich das erste tierische Weihnachtsgeschenk auf der Strecke geblieben.

So wurde in Allersehl – im Norden des Landkreises Gifhorn - am letzten Wochenende eine 30 cm lange Kornnatter im Freien gefunden. Da die Nachttemperaturen um den Nullpunkt lagen, konnte das Tier leider nur noch tot geborgen werden.

Kornnattern sind in Nordamerika heimisch und werden als sogenannte Anfängerschlangen häufig für wenig Geld (teilweise für 10 €) verkauft. Da Schlangen zu den wechselwarmen Tieren gehören, entspricht bei ihnen die Körpertemperatur der Außentemperatur.

„Der Kauf eines Tieres ist eine Entscheidung von weitreichender Bedeutung“, so Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum. „Dies sollte nicht spontan erfolgen, sondern gut überlegt sein und nie eine Überraschung für den Beschenkten sein“. Da Kornnattern durchaus ein Alter von 20 Jahren erreichen können, muß schon aus dieser Hinsicht, die Anschaffung gut überlegt werden. Das Aussetzen eines Tieres stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (§ 3 Abs. 3) dar und kann mit hohen Geldbußen geahndet werden.

 

 

Ich bin der Martin, ne!

Leiferde, November 2011

 

Blaue Augen, orangrote Füße, eleganter Hals

 

Eigentlich war es eine „Martina“, die auf der Rückfahrt von einer Geflügelausstellung auf der A2 aus einem Anhänger entwichen war. Das war vor ca. 4 Wochen.

Vor 2 Wochen zog die weiße große Gans die Aufmerksamkeit vieler Autofahrer und der Polizei auf sich, da sie am Rande der Autobahn umherlief. So wurde das Autobahnkreuz Hannover – Anderten gesperrt und der große weiße Vogel eingefangen. Zunächst fand die Gans Unterkunft in der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wo sie den Namen „Martin“ erhielt und zum Liebling der dortigen Veterinärstudenten wurde.

Doch auf Dauer konnte sie dort nicht bleiben und wurde von einem Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums abgeholt und mit anderen Schwimmvögeln in einem Freigehege vergesellschaftet. Ganz schnell eroberte „Martin“ auch hier die Herzen der Beschäftigten und fühlte sich augenscheinlich in menschlicher Obhut wohler als bei seinen Verwandten den Graugänsen, watschelte den Mitarbeitern hinterher und kam auf Zuruf angelaufen.

Da die schneeweiße Gans einen geschlossenen Plastikring mit einer Kennung trug, telefonierten sich die Mitarbeiter durch ganz Deutschland, um nach einigen Tagen endlich die Halter am Telefon zu haben. Die Freude war groß, als diese nach 4 Wochen erfuhren, dass ihre Gans – eine Emdener Hausgans - noch lebte und diese gesund und munter war. Schnell wurde ein Termin für die Abholung ausgemacht und mittlerweile befindet sich „Martina“ wieder bei ihrer Herde aus Emdener Gänsen und wird hoffentlich noch viele Menschen für diese imponierende alte deutsche Gänserasse begeistern können.

Die Emdener Gans ist die größte deutsche Gänserasse, sie zählt zu den ältesten bekannten Rassen und ist mittlerweile leider vom Aussterben bedroht.