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Herzlich Willkommen!
 

Der Spatz ist spitze!

Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel"

 

Leiferde, Januar 2012

 

Trotz Regen und teilweise stürmischem Wetter beteiligten sich erneut zahlreiche Vogelfreunde bundesweit und auch in Niedersachsen an Deutschlands größter Vogelzählung. Nach der Auswertung von rund 40.000 Einsendungen bundesweit mit mehr als 1.6 Millionen Vogelbeobachtungen legten heute der Naturschutzbund NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern LBV die Ergebnisse ihrer Mitmachaktion 'Stunde der Wintervögel' vor. Die bundesweite Zählung zeigt im zweiten Jahr der Aktion interessante Unterschiede zum vergangenen Jahr. So verlor die Kohlmeise bundesweit ihren Spitzenplatz als häufigster Wintervogel unserer Städte und Dörfer an den Haussperling. Auf den Plätzen drei und vier folgen Blaumeise und Feldsperling.

 

Der Haussperling hat es mit einem deutlichen Abstand von 2.300 Exemplaren auch in Niedersachsen an die Spitze geschafft und damit die Kohlmeise (21.737 Exemplare) von Platz 1 verdrängt. Insgesamt beteiligten sich in Niedersachsen knapp 6.000 Vogelfreunde (2011: 12.792) an der 'Stunde der Wintervögel' und meldeten 164.293 Vögel aus über 4.000 Gärten. Das sind aus Sicht der NABU Niedersachsen durchaus gute Zahlen: "Wir haben aufgrund des schlechten Wetters mit Regen und Sturm schon sowohl mit weniger Teilnehmern als auch mit weniger gemeldeten Vögeln gerechnet. Und außerdem kommen in milden Wintern tendenziell weniger Vögel an die Futterstellen, solange sie in Wald und Feld noch genügend zu fressen finden", kommentierte der NABU Niedersachsen den Rückgang, der auch bei den beobachteten Kohl- und Blaumeisen zu beobachten war. Davon konnte offenbar der ortstreue Haussperling profitieren, der runds um Jahr die Nähe zu den Menschen sucht.

 

Haussperling mit sechs Exemplaren in den Gärten, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling und Amsel lautet die Rangfolge der ersten fünf Plätze in Niedersachsen. Kohl-, Blaumeise und Amsel wurden fast aus jedem Garten gemeldet, Haus- und Feldsperling aus nahezu jedem Zweiten.

 

Deutlich abgenommen haben die Beobachtungen von Kohlmeise (minus 22 Prozent), Buchfink (- 46) und Rotkehlchen (- 29). Ohne Frost und geschlossene Schneedecke besteht für die Vögel kaum Bedarf, künstliche Futterangebote in Siedlungen in Anspruch zu nehmen - und genau dort wurden die Vögel im Vorjahr meist gezählt. "Die Zahlen bedeuten also nicht, dass die Bestände in großem Umfang zurückgegangen sind", erklärte der NABU. "Die gewohnten Vogelschwärme an Futterstellen sind zwar in diesem Jahr eher selten, die Vögel sind aber trotzdem da und einfach nur andernorts unterwegs, wo sie nicht so einfach gezählt werden konnten." Ob diese Rückgänge ursächlich nur auf den aktuellen milden Winter und eine geringe Präsenz am Futterhäuschen zurückzuführen seien, müssten weitere Beobachtungen wie im Mai zur 'Stunde der Gartenvögel' vom 11. bis 13. dann zeigen.

 

Zu den Besonderheiten des Winters zählen seit einiger Zeit auch Zugvögel, die unsere Breiten im Winter normalerweise verlassen, wie Star, Hausrotschwänze oder Mönchsgrasmücken. Trotz der milden Temperaturen setzte sich der Überwinterungstrend dieser Arten diesmal nicht fort - oder sie wussten sich besonders gut zu verstecken. "Die Meldungen der Vogelfreunde sind ausgesprochen hilfreich und zeigen wie wertvoll diese Form von 'Citizen Science' für die Forschung sein kann", betonte der NABU Niedersachsen.

 

Bestätigt hat sich das Fehlen der typischen Wintergäste aus dem Norden, wie Bergfinken oder Erlenzeisige", sagte ein Sprecher des NABU Niedersachsen. Die Erklärung dafür liege im bisher sehr milden Verlauf des Winters. Besonders auffallend sei jedoch, dass Amseln niedersachsen- und auch bundesweit um etwa ein Drittel weniger registriert wurden als noch vor einem Jahr. "Die stärksten Rückgänge gibt es im Dreiländereck zwischen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen und damit genau dort, wo im letzten Sommer eine Viruskrankheit zu einem Amselsterben geführt hatte. Die Abnahme der beobachteten Kohlmeisen und Amseln um rund ein Drittel in Niedersachsen kann mit der fehlenden Schneedecke erklärt werden, die vergangenes Jahr die Vögel an die Futterhäuser trieb", erläuterte der NABU die Zahlen.

 

Vogelzählungen im Rahmen von 'Citizen-Science'-Aktionen haben prominente Vorbilder. Bereits im Jahre 1900 rief der amerikanische Vogelkundler Frank Chapman erstmals zu einem 'Christmas Bird Count' auf. Die Aktion findet seither jährlich statt. Auch der britische NABU-Partner, die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), veranstaltet seit inzwischen mehr als 30 Jahren einen 'Big Garden Birdwatch'. Diese Langzeitstudien haben Vogelschützern bis heute eine Fülle wertvolle Informationen zum Schutz der Artenvielfalt geliefert.

Vom 11. bis 13. Mai folgt die Schwesteraktion "Stunde der Gartenvögel", bei der die Brutvögel im Mittelpunkt der Mitmachaktion stehen.

 

 

 

Kinderaktion zum Vogel des Jahres 2012 – die Dohle

Foto: F. Derer

Leiferde, Januar 2012

 

Am Dienstag, den 31. Januar bietet das NABU-Artenschutzzentrum die Kinderaktion „Die Dohle – Vogel des Jahres 2012“ an.

 

An diesem Nachmittag erfahren die Kinder in der Zeit von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr viel Spannendes über die Dohle. Beim Dohlen-Quiz erfahren sie beispielsweise, was Dohlen fressen, wo heute die meisten Dohlen leben und woher eigentlich der Begriff „Hupfdohle“ stammt. Im Anschluss werden wir uns mit unseren selbst gebastelten Dohlenmasken in eine ganze Dohlenkolonie verwandeln.

Die Kinderaktion eignet sich für Kinder ab sieben Jahren und kostet 5 € pro Kind. Eine verbindliche Anmeldung ist vormittags unter 05373/6677 bis zum 27. Januar erforderlich.

 

 

Ein kurzes Leben

Das Tier konnte leider nur noch tot geborgen werden!

Leiferde, Januar 2012

 

Weihnachten ist noch nicht lange vorüber und schon ist wahrscheinlich das erste tierische Weihnachtsgeschenk auf der Strecke geblieben.

So wurde in Allersehl – im Norden des Landkreises Gifhorn - am letzten Wochenende eine 30 cm lange Kornnatter im Freien gefunden. Da die Nachttemperaturen um den Nullpunkt lagen, konnte das Tier leider nur noch tot geborgen werden.

Kornnattern sind in Nordamerika heimisch und werden als sogenannte Anfängerschlangen häufig für wenig Geld (teilweise für 10 €) verkauft. Da Schlangen zu den wechselwarmen Tieren gehören, entspricht bei ihnen die Körpertemperatur der Außentemperatur.

„Der Kauf eines Tieres ist eine Entscheidung von weitreichender Bedeutung“, so Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum. „Dies sollte nicht spontan erfolgen, sondern gut überlegt sein und nie eine Überraschung für den Beschenkten sein“. Da Kornnattern durchaus ein Alter von 20 Jahren erreichen können, muß schon aus dieser Hinsicht, die Anschaffung gut überlegt werden. Das Aussetzen eines Tieres stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (§ 3 Abs. 3) dar und kann mit hohen Geldbußen geahndet werden.

 

 

Aktive Weihnachtsfeier des KiKi-Klubs

Leiferde, Dezember 2012

 

Am 8. Dezember hatten sich zur diesjährigen Weihnachtsfeier des KiKi-Kinderklubs Uwe Rinkel und Bärbel Rogoschik etwas ganz besonderes ausgedacht. Dieses Jahr sollte es nicht nur leckere Knabbereien für die Kinder geben, sondern auch schon ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Zur Überraschung der Kinder wurde es eine aktive Weihnachtsfeier, bei der es besinnlich laut zuging. Mit Hammer und Schraubendreher ausgerüstet konnten Mädchen und Jungen verschiedenster Altersstufen einen eigenen Meisennistkasten zusammen bauen. „Zuvor wurde draußen das Hämmern geübt und so manches Kind schlug wohl zum ersten Mal einen Nagel ins Holz“ berichtet Bärbel Rogoschik. Entsprechend hoch war der Lärmpegel, mussten doch über 350 Nägel und über 60 Schrauben an den richtigen Stellen ins Holz getrieben werden. Umso stolzer waren die eifrigen Baumeister zwischen 5 und 9 Jahren, als sie ihren Eltern bei der Abholung den ersten eigenen Nistkasten zeigen konnten.

„Auf diese Art und Weise hat Leiferde und Umgebung im nächsten Jahr zur Brutsaison nun einige Brutgelegenheiten mehr für unsere Singvögel zu bieten“ freut sich auch Uwe Rinkel.

 

Der erste Termin des KiKi-Klubs im neuen Jahr ist Donnerstag der 5. Januar 2012.

 

 

Die Stunde der Wintervögel - Mitmachen und gewinnen!

Foto Kohlmeise von Thomas Munk

Leiferde, Dezember 2012

 

Die erste bundesweite „Stunde der Wintervögel“ war letztes Jahr mit mehr als 85.000 Teilnehmern und rund 2,6 Millionen gemeldeten Vögeln ein großer Erfolg. Und auch dieses Jahr sind alle Naturfreunde vom 6. bis 8. Januar 2012 nun zum zweiten Mal aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

“Mitmachen ist ganz einfach: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen werden dann einfach in den Meldebogen übertragen. Die Meldebögen erhalten Sie natürlich kostenlos hier bei uns im NABU- Artenschutzzentrum“, erklärt die Mitarbeiterin Annett Behrendt vom NABU- Artenschutzzentrum in Leiferde.

Es besteht aber auch die Möglichkeit ihre Beobachtungen unter www.stundederwintervoegel.de online registrieren lassen und sich zusätzlich über das Thema Vögel im Winter zu informieren. Natürlich verlost der NABU auch dieses Jahr wieder unter den Teilnehmenden tolle Preise.

 

 

Ich bin der Martin, ne!

Leiferde, November 2011

 

Blaue Augen, orangrote Füße, eleganter Hals

 

Eigentlich war es eine „Martina“, die auf der Rückfahrt von einer Geflügelausstellung auf der A2 aus einem Anhänger entwichen war. Das war vor ca. 4 Wochen.

Vor 2 Wochen zog die weiße große Gans die Aufmerksamkeit vieler Autofahrer und der Polizei auf sich, da sie am Rande der Autobahn umherlief. So wurde das Autobahnkreuz Hannover – Anderten gesperrt und der große weiße Vogel eingefangen. Zunächst fand die Gans Unterkunft in der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wo sie den Namen „Martin“ erhielt und zum Liebling der dortigen Veterinärstudenten wurde.

Doch auf Dauer konnte sie dort nicht bleiben und wurde von einem Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums abgeholt und mit anderen Schwimmvögeln in einem Freigehege vergesellschaftet. Ganz schnell eroberte „Martin“ auch hier die Herzen der Beschäftigten und fühlte sich augenscheinlich in menschlicher Obhut wohler als bei seinen Verwandten den Graugänsen, watschelte den Mitarbeitern hinterher und kam auf Zuruf angelaufen.

Da die schneeweiße Gans einen geschlossenen Plastikring mit einer Kennung trug, telefonierten sich die Mitarbeiter durch ganz Deutschland, um nach einigen Tagen endlich die Halter am Telefon zu haben. Die Freude war groß, als diese nach 4 Wochen erfuhren, dass ihre Gans – eine Emdener Hausgans - noch lebte und diese gesund und munter war. Schnell wurde ein Termin für die Abholung ausgemacht und mittlerweile befindet sich „Martina“ wieder bei ihrer Herde aus Emdener Gänsen und wird hoffentlich noch viele Menschen für diese imponierende alte deutsche Gänserasse begeistern können.

Die Emdener Gans ist die größte deutsche Gänserasse, sie zählt zu den ältesten bekannten Rassen und ist mittlerweile leider vom Aussterben bedroht.

 

 

Todesfallen für Igel und Co.

Leiferde, November 2011

 

So mancher Mensch wünscht sich eine schlanke Taille, Igel jedoch könnten getrost darauf verzichten. Trotzdem wurden in den letzten Wochen 3 Igel im NABU-Artenschutzzentrum abgegeben, die durch verschiedenste Plastikteile stark eingeschnürt waren.

Zweimal war es ein Plastikring, einmal ein Erdbeernetz. Was im Sommer Früchte im Garten vor Vögeln schützen soll, wird im Herbst zu einer großen Gefahr für Igel. Aber auch anderer Müll, der einfach liegen bleibt und sich zwischen das Laub mischt, kann sich um den Igel wickeln und ihn stark verletzen. Beispiele sind die Ringe mit Widerhaken, die sich beim Öffnen von Plastikflaschen vom Deckel lösen, Eisbecher, Tüten, Kabelbinder, etc. All diese Sachen schneiden den Igel oder andere Tiere so stark ein, dass große, offene Wunden entstehen, bei denen man oftmals sogar bis auf den Knochen sehen kann. Was das für Schmerzen sein müssen, bedarf wohl keiner genaueren Beschreibung.

Zwei von den drei abgegebenen Igeln haben nicht überlebt. Darüber, wie viele wilde Igel noch langsam und qualvoll durch ähnliche Verletzungen gestorben sind oder gerade sterben, möchte man lieber gar nicht nachdenken.

Das NABU-Artenschutzzentrum appelliert deshalb an jeden, seine (Plastik-)Abfälle in dafür vorgesehene Mülleimer zu werfen, anstatt sie einfach liegen zu lassen. Außerdem sollten Netze, die im Sommer über den Erdbeeren oder dem Kirschbaum lagen, zum Herbst hin wieder eingesammelt und igelsicher verstaut werden, damit solch grausame Verletzungen, die sich so leicht verhindern lassen, in Zukunft immer weniger werden oder im besten Fall gar nicht mehr vorkommen.

 

 

Naturgucker-AG pflanzt Obstbäume für den Gartenrotschwanz

Leiferde, November 2011

 

Bei sonnigem Novemberwetter fanden sich am 01.11.2011 Schülerinnen und Schüler der Naturgucker-AG vom Sibylla-Merian-Gymnasium im NABU-Artenschutzzentrum ein. Gemeinsam mit Leiterin Bärbel Rogoschik sollten junge Obstbäume gepflanzt werden, um dem Gartenrotschwanz auf dem Gelände des NABU-Artenschutzzentrums zusätzlich zu den alten bestehenden Obstbäumen, auch zukünftig noch mehr geeigneten Lebensraum zu bieten.

Die Bestandszahlen des Gartenrotschwanzes sind seit einigen Jahren rückläufig, verursacht durch die Zerstörung seines Lebensraumes. Deshalb wurde er zum Vogel des Jahres 2011 gekürt und genießt nun in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit. Um diese bei uns seltene Vogelart zu unterstützen, wurden verschiedene, sehr alte, hochstämmige Obstsorten ausgesucht und auf dem Gelände des NABU-Artenschutzzentrums gepflanzt. Obstbäume deshalb, weil der Gartenrotschwanz zum größten Teil Insekten, in kleinen Mengen aber auch Früchte und Beeren frisst. Vor allem sind sie auf natürliche Nisthöhlen angewiesen, die erst ältere Obstbäume bieten.

Nach dieser gelungenen Aktion hoffen die Beteiligten auf ein gutes Anwachsen der Bäume und freuen sich auf alle zukünftigen Bewohner, die diese neue Möglichkeit in Anspruch nehmen und für sich nutzen können.

 

 

Frettchen aufgegriffen

Leiferde, Oktober 2011

 

Am Freitag, dem 30. September, erreichte die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums ein Anruf aus dem Raum Gifhorn, in dem von einem aufgefunde-nen Iltis berichtet wurde. Das augenscheinlich entkräftete Tier wurde an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen an einer Fütterungsstelle für Igel gesichtet.

Die Finder brachten das geschwächte Tier in das NABU-Artenschutzzentrum, wo sich bald herausstellte, dass es sich hier nicht um einen wildlebenden Iltis, sondern um ein gezüchtetes Iltisfrettchen handelt. Aufgrund der ähnlichen Fellfärbung und –zeichnung können diese Tiere leicht verwechselt werden. „Frettchen sind vom Iltis abstammende Haustiere, die in der freien Natur nicht überlebensfähig sind.“, erklärt Bärbel Rogoschik, die Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums. Somit hat das aufgefundene Frettchen nochmal Glück gehabt. „Leider passiert es immer wieder, dass solche Tiere entlaufen oder ausgesetzt werden und dann verenden.“

Nun wird nach dem Besitzer gesucht. „Das Frettchen weist leider keinerlei Kennzeichnung auf, die Hinweise geben könnte“, bedauert Bärbel Rogoschik. Laut EU-Verordnung müssen Haustiere wie Frettchen, Hunde und Katzen, mit einem Mikrochip versehen werden. Zusätzlich muss bei grenzüberschreitenden Reisen ein EU-Heimtierausweis mitgeführt werden, in dem beispielweise Angaben über den Besitzer sowie über gültige Impfungen gemacht werden.

Wer sachdienliche Angaben zu dem Tier machen kann, sollte sich vormittags zwischen 9.00 und 11.30 Uhr unter der Telefonnummer 05373/6677 im NABU-Artenschutzzentrum melden.

 

 

Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Landwirt, Jäger und dem NABU-Artenschutzzentrum führte zur Auswilderung von Rohrweihen

Landwirt Hinrich Meyer und Jäger Werner Maahs bei der Auswilderung von 2 Rohrweihen

Leiferde, September 2011

 

Letzte Woche konnten zwei junge Rohrweihen am Rande von Wesendorf, ausgewildert werden. Geschlüpft waren sie im Getreidefeld von Landwirt Hinrich Meyer, dem das Weihennest mit den noch im weißen Dunenkleid befindlichen Jungvögeln beim Mähen am 3. August aufgefallen war. Den Rest des fast abgeernteten Feldes ließ er daraufhin stehen. Nach Rücksprache mit Herrn Werner Maahs, Jagdausübungsberechtigter, entschloss man sich aber die Jungvögel am nächsten Tag nach Leiferde ins NABU-Artenschutzzentrum zu bringen.

Dort wurden die jungen Rohrweihen mühevoll großgezogen und auf ihre Wiederauswilderung vorbereitet. Sechs Wochen später war es dann soweit. Bei schönem Wetter wurden die Tiere am Ort ihres Schlupfes von Herrn Meyer und Herrn Maahs, in Anwesenheit von Frau Bindig und Herrn Wilhelm – Naturschutzobmann der Jägerschaft Gifhorn - und Mitarbeitern des NABU-Artenschutzzentrums in die Freiheit entlassen.

Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum freute sich mit den Anwesenden über diesen schönen Erfolg :“ Eine gute und engagierte Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz, die zu einem guten Ergebnis geführt hat. Wenn es zukünftig möglich wäre im Frühjahr den Neststandort der Weihen auszumachen (und dazu sind Landwirte und Jäger prädestiniert) so könnte man zukünftig ein großes Areal zur natürlichen Jungenaufzucht im Getreide stehen lassen, dem Landwirt eine Entschä-digung hierfür zukommen lassen und so den Greifvögeln eine natürliche Aufzucht ermöglichen. Wer sich vorstellen kann, an einer solchen Idee im Landkreis Gifhorn mitzuwirken, kann sich gerne mit dem NABU-Artenschutzzentrum in Verbindung setzen.“

 

 

Bartagame aufgefunden

Leiferde, August 2011

 

Am Freitag, den 24.08.2011 erreichte die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums ein Anruf aus Gifhorn-Winkel, in dem von einer aufgefun-denen, nicht heimischen Echse berichtet wurde. Da dem Finder das Tier nicht bekannt war, hatte jener, um das Tier zu fixieren, einen Korb über die Echse gestülpt. Nachdem Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums vor Ort den Korb gelüftet hatten, kam eine australische Bartagame zum Vorschein. Das Tier machte einen geschwächten Eindruck und weist auch äußerlich einige Schäden auf. So wurde neben einem alten Bruch der Schwanzwurzel, auch das Fehlen der Schwanzspitze sowie einiger Krallen und teilweise auch Zehen diagnostiziert. Bartagamen werden häufig als Haustiere gehalten und werden relativ kostengünstig im Zoohandel angeboten. Interessenten sollten sich jedoch im Vorfeld ausgiebig mit den Gewohnheiten und Ansprüchen der Art auseinandersetzen, da eine artgerechte Haltung hohen Sachverstand und einiges an Equipment erfordert, welches schnell mit einem vielfachen des Anschaffungspreises des Tieres zu Buche schlägt. So liegen z.B. die Vorzugstemperaturen der Art jenseits der 30°C -Marke, welche nur mit entsprechenden Heizeinrichtungen erreicht werden können.

Ob es sich bei der aufgefundenen Bartagame um ein entwichenes oder gar ausgesetztes Tier handelt, ist bislang nicht bekannt. Wer Angaben zum Tier machen kann, oder anhand des Bildes sein vermisstes Tier wiedererkannt hat, sollte sich in der Woche vormittags zwischen 9.00 und 11.30 Uhr unter 05373/6677 im NABU-Artenschutzzentrum melden.

 

 

 

Hubertus Heil und Matthias Mirsch besuchen das NABU-Artenschutzzentrum

Der spannende Moment vor der Freilassung!

Leiferde, August, 2011

 

Im Rahmen seiner Sommerreise besuchte der Gifhorner SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil das NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde. Mit dabei war Matthias Miersch, der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Gemeinsam mit der Leiterin Bärbel Rogoschik, Mitarbeiter Joachim Neumann sowie dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Uwe Rinkel wurde über verschiedene Themen des Arten- und Umweltschutzes gesprochen. Darunter auch über Probleme, die sich aus einem unbedachten Umgang mit exotischen Tieren ergeben. „Es ist zum Trend geworden, exotische Tiere als Haustiere zu halten“, so Rogoschik, „dabei ist besonders die Haltung von Reptilien äußerst anspruchsvoll.“ Hubertus Heil betonte, dass die Menschen mehr für diese Problematik sensibilisiert werden müssten und sich die Anschaffung eines solchen Tieres gründlich überlegen sollten. Heil und Miersch waren sich einig darüber, das Thema mehr in den Fokus rücken zu müssen und die Menschen darüber aufzuklären, was es heißt ein exotisches Tier wie einen Leguan im Privathaushalt zu halten.

 

Genau eine solche Umweltbildung findet im NABU-Zentrum Leiferde seit Jahren statt. Schulklassen und Kindergärten besuchen die Institution, um mehr über einheimische Wildtiere aber auch die exotischen Tiere zu erfahren. Dabei ginge es laut Leiterin Rogoschik insbesondere darum, ein richtiges Naturbewusstsein zu vermitteln, das weder aus zu viel Tierliebe noch aus Gleichgültigkeit bestehen sollte. Im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde werden hilflose, verletzte und beschlagnahmte Tiere versorgt, bei einheimischen Wildtieren ist die Auswilderung oberstes Ziel. Exotische Tiere werden an zoologische Gärten gegeben. Pro Jahr werden etwa 2.000 Tiere in knapp 200 Arten in Leiferde abgegeben, darunter zunehmend ausgesetzte exotische Tiere wie beispielsweise artengeschützte Landschildkröten. Auch seien die meisten Tiere bei ihrer Einlieferung in einem katastrophalen, lebensbedrohlichen Zustand. Diese Problematik gilt es einzudämmen. Hubertus Heil hofft dabei auf Mithilfe der Gesellschaft: „Die Themen Umwelt- und Naturschutz haben einen großen Rückhalt in unserer Gesellschaft. Daher wäre es umso wichtiger, mit einer noch stärkeren Umweltbildung für dieses Thema zu sensibilisieren.“

Dem Gespräch folgte ein Rundgang durch das Zentrum. Höhepunkt dabei war die Auswilderung zweier Turmfalken. Aus den Händen von Hubertus Heil und Matthias Miersch wurden sie nach etwa zweimonatigem Aufenthalt in Leiferde wieder in die Freiheit entlassen.

 

 

Jahresbilanz 2010: 1.978 Tiere aus 188 Arten

Junge Waldkäuze, die leider immer wieder aus Unwissenheit "eingesammelt" werden und eigentlich in der Natur belassen werden sollten!

Leiferde, April 2011

 

Zu Beginn eines jeden Jahres gilt es für die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums nicht nur sich auf die Aufgaben und Herausforderungen des neuen Jahres einzustellen, sondern auch einen bilanzierenden Blick auf das vergangene Jahr zu werfen. Dieses war, wie auch die Jahre zuvor, sehr arbeitsreich, aber aus Sicht der Mitarbeiter mindestens ebenso erfolgreich. So wurden 1.978 Tiere aus 188 Arten versorgt und bei 169 Veranstaltungen konnten 3.040 Teilnehmer begrüßt werden. Für Bärbel Rogoschik, der Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, zeigt das vergangene Jahr einmal mehr, welchen Stellenwert Natur- und Tierschutz in weiten Teilen der Bevölkerung inne haben: „Wenn ich sehe, welch hohe Anzahl an tierischen Notfällen uns Jahr für Jahr überbracht werden und wie hoch der Zulauf an unseren Umweltbildungsangeboten auch im vergangenen Jahr wieder war, ist das für uns Motivation und Ansporn genug unsere Arbeit weiterhin mit viel Engagement und Freude voranzutreiben.“

 

Der ursprünglichen Gründungsintension als Vogelpflege- und Auswilderungsstation entsprechend, bestand die größte tierische Artengruppe der im NABU-Artenschutzzentrum versorgten Pflegetiere im vergangenen Jahr wie immer aus einheimischen Wildvögeln. Diese summierten sich auf 1.372 Individuen aus 89 Arten. Der Anteil der Tag-Greifvögel lag hierbei bei 8,6 %, was einen leicht unterdurchschnittlichen Wert bedeutet. Auffällig war, dass der letztjährige „Vogel des Jahres“, der Kormoran, sich offenbar verpflichtet fühlte deutlich Präsenz zu zeigen und gleich mit neun Exemplaren zugegen war.

 

Die Entwicklung der Pflegetierzahlen exotischer Tiere entsprach im vergangenen Jahr leider dem Trend der letzten Jahre. Während 37 exotische Vögel aus 17 Arten die vorhandenen Volieren bewohnten, wurde mit 167 Reptilien und Amphibien aus 44 Arten ein neuer Spitzenwert erreicht. Bei 117 dieser Tiere handelte es sich um Schildkröten, deren Abgabe sich aus unterschiedlichen Gründen zunehmend schwieriger gestaltet, was das NABU-Artenschutzzentrum mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig vor größere Probleme stellen wird. Als Besonderheit ist der Naturschlupf von 2 kleinen Europäischen Sumpfschildkröten zu ver,erken, die 2010 im Freilandterrarium geschlüpft sind (s. Foto).

 

Mit 373 Tieren aus 26 Arten waren Säugetiere als Pflegetiere im NABU-Artenschutzzentrum zugegen, von denen etwa die Hälfte (191 Individuen) einer einzigen Art, dem Igel, angehörten. Die größten Besonderheiten des Jahres waren zwei junge Wildkatzen (s. Foto), die als verwaiste Tiere aus dem Harz in das NABU-Artenschutzzentrum gelangten. Beide Tiere befanden sich bei Ankunft in einem schlechten Zustand, so dass leider nur ein Tier erfolgreich aufgezogen werden konnte, wäh-rend das andere kurz nach Ankunft verstarb.

 

Wie auch in den Jahren zuvor, stammen die meisten Tiere (689) aus dem Landkreis Gifhorn, da sich auch das NABU-Artenschutzzentrum in eben diesem Landkreis befindet. Auf den zweiten Rang vorgerückt ist der Landkreis Peine (253 Tiere) aus dem erstmals mehr Tiere kamen als aus der Stadt Braunschweig (212). Auf den weiteren Plätzen folgen die Landkreise Hannover (177), Wolfsburg (165) und Celle (105). Insgesamt wurden dem NABU-Artenschutzzentrum die Pflegetiere aus 48 Landkreisen bzw. neun Bundesländern überstellt.

 

Die Ursachen, welche die Aufnahme von Tieren im NABU-Artenschutzzentrum bedingten, ähnelten in ihrer Verteilung sehr denen der letzten Jahre. So summierten sich auch im vergangenen Jahr die Anzahl der verwaisten Tiere (771 Tiere) und der Kollisionsopfer (227 Tiere) auf mehr als die Hälfte der insgesamt versorgten Tiere. Auffällig hoch war die Anzahl der Witterungsopfer (145 Tiere), was zum einem an zwei aufeinander folgenden „harten“ Wintern und zum anderen an extremen Sommertemperaturen lag.

 

Seiner Aufgabe als Umweltbildungszentrum wurde das NABU-Artenschutzzentrum auch im Jahr 2010 wieder gerecht. Mit 169 Veranstaltungen, an denen 3.040 Personen teilnahmen, wurde ein gutes Ergebnis erzielt. Ein voller Erfolg war das Storchenfest, welches bei herrlichem Wetter über 3.500 Besucher auf das Gelände des NABU-Artenschutzzentrums lockte.

 

Der Vorsitzende des Förderkreises des NABU-Artenschutzzentrums, Uwe-Peter Lestin, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des letzten Jahres, verwies jedoch sogleich auf ein vermutlich ungleich schwereres Jahr 2011. „Wir haben es auch im Jahr 2010 wieder geschafft, über den laufenden Betrieb hinaus, einige Projekte wie den Einbau neuer Dachfenster oder die Teilsanierung der chronisch überlasteten elektrischen Anlage umzusetzen. Im nächsten Jahr sehen wir uns jedoch größeren personellen Umstrukturierungen gegenüber, die die über Jahre bewährten Arbeitsabläufe nicht mehr zulassen werden, was sicherlich zu Problemen führen wird.“

 

Wie Bärbel Rogoschik erläutert, werden sich die personellen Veränderungen auf den bisher vom NABU-Artenschutzzentrum angebotenen Leistungsumfang auswirken. „Durch die Streichung des Zivildienstes werden wir die 24-stündige Erreichbarkeit nicht mehr aufrechterhalten können und vermutlich wird es auch schneller zu „tierischen“ Engpässen aufgrund eingeschränkter Aufnahmekapazität kommen.“