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Aktuelle Pressemitteilungen
 

Leiferder Storchenpaar Fridolin und Frida wieder vereint

Leiferde, 4. März 2011

 

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als beide Leiferder Brutstörche am selben Tag aus dem Winterquartier zurückkehrten, ließ sich das Weibchen in diesem Jahr ein wenig mehr Zeit und erschien fünf Tage nach dem Männchen. Obwohl beide Tiere nicht beringt sind, ist sich Bärbel Rogoschik, die Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums sicher, dass es sich um das Leiferder Stammbrüterpaar handelt. „Unser Männchen Fridolin hat an der linken Seite eine abnorm gefärbte Schulterfeder, an der er leicht wiederzuerkennen ist. Das Weibchen Frida wurde von ihm mit einer Selbstverständlichkeit empfangen, die keinen Zweifel daran lässt, dass es sich um das „richtige“ Weibchen handelt. Zudem konnte nach wenigen Minuten der Zweisamkeit die erste Paarung beobachtet werden.“ Wie Bärbel Rogoschik weiß, wird fremden Störchen keineswegs ein so netter Empfang bereitet, wie dies bei Frida der Fall war: „Störche, die nach Ansicht von Fridolin nichts auf dem Gelände des NABU-Artenschutzzentrums zu suchen haben, dürfen nicht einmal für kurze Zeit auf einer der drei Nisthilfen ausruhen, sie werden sofort vertrieben.“ Da in den nächsten Wochen noch zahlreiche Störche aus den Winterquartieren zurückerwartet werden, wird Fridolin voraussichtlich noch alle Flügel voll zu tun bekommen, um sein Revier zu verteidigen.

 

Mit etwas Glück können solche Revierkämpfe ab sofort in Leiferde beobachtet werden, das NABU-Artenschutzzentrum hat täglich von 9.00 – 17.00 Uhr für Besucher geöffnet.

 

Fridolin ist zurück

Leiferde, Februar 2011

 

Fridolin auf dem Nest im Hof des NABU-Artenschutzzentrums

Der Wilde vom Schornstein ist wieder da

 

Rätselraten noch am Montagmorgen. Ist er es oder ist er es nicht. Im diesigen, grauen Licht steht ein unberingte Weißstorch auf dem Schornstein des NABU-Artenschutzzentrums. Schon am Sonntagnachmittag waren 2 Weißstörche um das NABU-Artenschutzzentrum herum gesichtet worden. Einer flog weiter, der andere blieb. Wahrscheinlich landete Fridolin somit, wie das Jahr zuvor am 27. Februar.

 

Schnell wird die Kamera eingeschaltet und dann fliegt er vom Schornstein ab. Wenn es Fridolin ist, wird er wiederkommen.

 

Wieder sitzt ein Weißstorch auf dem Schornstein und zeigt uns seine rechte Körperseite. Lisa Tonagel und Bärbel Rogoschik schauen gespannt auf den Bildschirm im Seminarraum des NABU-Artenschutzzentrums. Sein Erkennungsmerkmal, eine schwarze Feder am linken Flügel die eigentlich weiß sein sollte, ist so nicht auszumachen. Also abwarten. Dann ist es endlich soweit. Dank einem Müllfahrzeug, das auf den Hof fährt und vom Storch mit den Augen verfolgt wird, dreht er sich um seine Achse und präsentiert die linke Körperseite. Ja, er ist es, sehr schön. Jubel bei den Mitarbeitern.

 

Spannend bleibt, wann Frida, das Weibchen eintrifft. Im letzten Jahr kam auch sie – was ungewöhnlich ist - am gleichen Tag wie Fridolin an.

 

Das Storchenjahr im NABU-Artenschutzzentrum hat also begonnen!

 

 

 

Frettchen entlaufen??

Am Donnerstag, den 10 Februar erreichte das NABU-Artenschutzzentrum der Hilferuf einer Person aus Gifhorn, die ein marderartiges Wesen gefangen hatte. Das Tier war, vermutlich auf Futtersuche, durch die Katzenklappe in das Haus gelangt und sei, dem Finder nach, stark abgemagert und hilfebedürftig.

Nachdem ein Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums das Tier abgeholt und untersucht hatte, stellte sich dieses als vollkommen gesundes, wohlgenährtes und handzahmes Frettchen heraus. Die Verfassung des Tieres lässt darauf schließen, dass das Frettchen seinem Halter eventuell entlaufen ist. Sollte Ihnen also in den letzten Tagen ihr Frettchen im Raum Gifhorn abhanden gekommen sein, wenden Sie sich bitte an das Tierschutzzentrum Ribbesbüttel, an das das Tier inzwischen weitergegeben wurde.

 

Keine Wildtiere unterm Weihnachtsbaum

NABU-Artenschutzzentrum rät von "lebendigen Weihnachtsgeschenken" dringend ab!

 

Leiferde, Hannover - Das NABU-Artenschutzzentrum appelliert an die Bevölkerung, keine heimischen oder exotischen Wildtiere als Weihnachtsgeschenke zu kaufen oder zu verschenken. "Oft werden unüberlegt gekaufte Tiere meist schon im Januar in die Natur ,entsorgt' - dort gehen sie elendig ein oder sorgen für ungewollte ,Bescherungen' anderer Art im ökologischen Gefüge", warnte Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum Leiferde.

 

Ob Schildkröten, Frösche, Schlangen oder Fische - glückliche Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum sind oft leider nur von kurzer Dauer. Schon bald nach dem Erwerb werden viele lebendige Geschenke zur Belastung für den Familienfrieden. Spätestens vor dem nächsten Sommerurlaub finden sich unzählige Tiere auf der Straße, im nächsten Tümpel oder im Gebüsch wieder, landen im Tierasyl oder sogar im Müll. Während "klassische Haustiere" wie Hunde und Katzen mit etwas Glück ins nächste Tierheim gelangen, werden zahlreiche exotische Wildtiere zunehmend in die freie Natur "entsorgt".

 

Kein geringes Problem stellen freigelassene Exoten dar. Während die meisten tropischen und subtropischen Arten bei uns kaum die Wintertage überstehen, kommen einige Arten aus Übersee mit unserem Klima klar. Freigesetzte Aquarienfische, Amphibien wie die aus Amerika stammenden Ochsenfrösche und Reptilien, beispielsweise exotische Schmuckschildkröten, sind keine Seltenheit mehr in Deutschlands freier Natur.

 

Einmal etabliert können manche Exoten zur ökologischen Belastung für die heimische Tierwelt werden und angestammte Arten durch Konkurrenz verdrängen oder durch eingeschleppte Krankheiten dezimieren. "Eingeschleppte Tiere aus fernen Regionen können durch solche Auswirkungen in unserer heimischen Natur ,Bescherungen' ganz anderer Art anrichten", erklärte Bärbel Rogoschik. Der NABU appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, verantwortungsvoll mit Tieren umzugehen und lieber auf Geschenke dieser Art zu verzichten.

 

Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde nimmt im Jahr über 2.000 artengeschützte Wildtiere auf, die krank, verletzt oder hilflos sind, aus nicht artgerechter Haltung stammen oder auf Grund fehlender Papiere beschlagnahmt wurden. Wer exotischen oder heimischen Wildtieren helfen möchte, kann dies gerne mit der Übernahme einer Patenschaft tun. Ob Igel, Eule, Schildkröte, Schlange oder Storch, jedes Tier benötigt eine aufwändige Betreuung, die mit einer Patenschaft unterstützt werden kann. Anfragen hierzu richten Sie gerne an das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, Hauptstr. 20 in 38542 Leiferde oder Telefon 05373 / 66 77.

 

 

Spendenübergabe von IKEA Braunschweig an das NABU-Artenschutzzentrum

Scheckübergabe im NABU-Artenschutzzentrum

Leiferde, Dezember 2010

 

Am Mittwoch den 8. Dezember gab es für das NABU-Artenschutzzentrum schon einmal ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. IKEA Braunschweig, vertreten durch Frau Ute Jähnel-Seyferth, übergab dem NABU-Artenschutzzentrum einen Scheck in Höhe von 1.000,- Euro.

„Dieses Geld war bei einer Aktion von IKEA nach dem Motto ‘einen Teil macht der Kunde, einen Teil macht IKEA’ zustande gekommen“, berichtet Frau Jähnel-Seyferth. „Hierbei zahlt der Kunde für ein Produkt ein Euro mehr und IKEA verdoppelt den Euro“.

Das Spendenprojekt lief in Braunschweig bei IKEA im Oktober und hatte bei den Kunden eine hohe Akzeptanz. „Zahlreiche Kunden kannten das NABU-Artenschutzzentrum und waren begeistert von der Aktion“, berichtet Frau Jähnel-Seyferth weiter.

„Wir freuen uns riesig über diese Unterstützung“, sagte Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums. Von dem Geld werden wir spezielle Terrarien und Beleuchtungseinrichtungen für Europäische Sumpfschildkröten erwerben.

Die Europäische Sumpfschildkröte, die einst in Niedersachsen an zahlreichen Gewässern beheimatet war, wird im NABU-Artenschutzzentrum gezeigt und soll der Bevölkerung näher gebracht werden.

 

 

 

 

 

Letzte Zivieldienstplätze im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde zu vergeben

Zivis beim Bau einer Weidenhütte

Leiferde, Dezember 2010

 

Bald ist es soweit. Eine Ära geht zu Ende. Tausende von Zivildienstleistenden haben seit 1961 ihren Zivildienst im Umwelt- und Naturschutz abgeleitet. So auch seit 29 Jahren im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde.

Ab Mitte 2011 wird es dies nicht mehr geben.

 

„Sehr schade“ meint Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, die in Ihrem Arbeitsleben hunderte von Zivildienstleistenden betreut hat. „Momentan arbeiten wir an einer Lösung, wie das Zentrum ohne die Zivildienstleistenden auskommt. Sicher ist, dass es Einschnitte geben wird“.

Viele Zivis sind Ihr im Gedächnis hängen geblieben, viele kommen irgendwann wider oder halten den Kontakt. Für alle Beteiligten – Zivis, Zivildienstbetreuer und Kollegen - aber gilt: irgendwie hat der Zivildienst geprägt.

 

Jetzt gilt es noch die letzten Zivildienstplätze zu besetzen. Wer also noch einen hautnahen Einblick in die Arbeit einer Betreuungsstation für Wildtiere bekommen möchte, später vielleicht sogar das Studium der Tiermedizin, Biologie oder Landespflege anstrebt, Tierpfleger, BTA oder Sprechstundenhilfe in einer Tierarztpraxis werden möchte, für den sind die Erfahrungen unschätzbar, die er im NABU-Artenschutzzentrum machen kann.

Bewerbungen werden elektronisch unter nabuartenschutzzentrum@t-online.de entgegengenommen oder telefonische Anfragen von Frau Rogoschik unter der Tel.Nr. 05373/6677 beantwortet.

 

 

Junge Igel im Garten belassen

Leiferde, September 2010

 

Die Tage werden kürzer, morgens zieht der Nebel über die Felder und die Temperaturen sinken merklich. Der Herbst ist im Anmarsch.

 

Doch auch wenn uns die Witterung etwas rau erscheint, bis Ende September werden Igeljunge geboren. „Viele Menschen rufen uns an, weil Sie sich um junge Igel in ihrem Garten sorgen“, erzählt Anne Kessel, Mitarbeiterin im NABU-Artenschutzzentrum. Doch es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Die Igelfamilie hält sich gegenseitig warm, wenn der Wind pfeift und bei feuchtem Wetter gibt es ausreichend Regenwürmer, die zur Leibspeise der Igel zählen. Bei Gartenarbeiten sollten Sie in diesen Tagen besonders vorsichtig sein, beispielsweise wenn Sie Laubhaufen zusammen harken. Haben Sie ein Nest mit Igeln gefunden, decken Sie es vorsichtig wieder zu und meiden Sie diese Stelle für die nächste Zeit. Junge Igel sind auch am Tage auf Nahrungssuche, eigentlich unüblich für diese nachtaktiven Gesellen, aber sie müssen sich bis zum Winter noch ein ausreichendes Fettpolster zulegen. Zu diesem Zweck können Sie geringe Mengen Katzen- oder Hundenassfutter zufüttern und eine Schale Wasser aufstellen. Ab einem Gewicht von etwa 300 Gramm ist ein junger Igel dann in der Natur überlebensfähig. Wenn in Ihrem Garten eine Igelfamilie auf Entdeckungstour ist, sollten Sie vermehrt auf Ihre Hunde achten. „Viele der Igel, die wir momentan groß ziehen sind entweder selbst von Hunden gebissen worden oder haben ihre Eltern durch einen Hundeangriff verloren“, weiß Anne Kessel.

 

Die Mitarbeiter im NABU-Artenschutzzentrum raten dazu junge Igel nicht vorschnell aufzunehmen, denn bei ihrer Mutter können die Kleinen viel für ein Leben in freier Wildbahn lernen und die Entnahme eines gesunden Igels ist in keinem Fall gerechtfertigt, sogar vom Bundesnaturschutzgesetz verboten.

 

Informationen zum Igel und Tipps wie Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten, erhalten Sie in der NABU-Broschüre „Der Igel - Pflegefall oder Outdoor-Profi?“, die Sie während der täglichen Öffnungszeiten von 9-17 Uhr im NABU-Artenschutzzentrum erwerben können.

 

Naturkundliche Viehmoorexkursion

Leiferde, September 2010

 

Am Sonntag, den 12.09.2010, bietet das NABU-Artenschutzzentrum eine Exkursion in das Naturschutzgebiet „Viehmoor“ bei Leiferde an. Das etwa 360 ha große Naturschutzgebiet setzt sich zusammen aus Wald- und Wiesenbereichen und einer ca. 36 ha großen Teichlandschaft, welche auch Ziel der etwa 2-stündigen, von Joachim Neumann fachkundig geleiteten Wanderung sein wird. Ein Schwerpunkt der Exkursion liegt wie immer auf den Lautäußerungen heimischer Singvögel. Neben den Singvögeln lassen sich zumeist zahlreiche weitere, häufig auch seltene Tierarten beobachten, die den besonderen ökologischen Wert des Viehmoores erkennen lassen.

Wer Interesse an dieser schönen Exkursion hat, sollte sich in der Woche vormittags telefonisch unter 05373/6677 im NABU-Artenschutzzentrum anmelden. Treffpunkt ist um 9.00 Uhr auf dem Parkplatz des NABU-Artenschutzzentrums, die Kosten liegen bei 8 € für Erwachsene und 5 € für Jugendliche. Anmeldeschluss ist der 10. September.

 

Fragwürdiges Regenwaldflair in Celle

Leiferde, August 2010

 

Vierter Grüner Leguan ins NABU-Artenschutzzentrum eingeliefert

 

Die Kapazitäten des Reptilienraums im NABU-Artenschutzzentrum sind restlos ausgeschöpft. Mittlerweile vier Grüne Leguane müssen darin neben zahlreichen anderen Exoten untergebracht werden.

Es ist erschreckend wie herzlos einige Tierbesitzer sich ihrer Tiere entledigen und der Fall des am 20.August gefundenen Grünen Leguans macht dies wieder einmal besonders deutlich. Am frühen Abend wurde das etwa sechzig Zentimeter große Tier an einem Wassergraben nordwestlich von Celle gefunden. Eine Spaziergängerin war mit ihren Hunden unterwegs, als sie die mittelamerikanische Echse im Gras entdeckte. Ohne zu zögern fing sie das Tier ein und brachte es zur Betreuungsstation nach Leiferde. Dort wird deutlich, welch großes Glück der Leguan hatte. „Noch längere Zeit bei Nachttemperaturen um 12 Grad hätte der aus dem tropischen Regenwald stammende, abgemagerte Leguan nicht überlebt“ so Bärbel Rogoschik Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums. Der Grüne Leguan gehört zu den beliebtesten Terrarientieren, obwohl ihm in den meisten Fällen keine artgerechte Haltung ermöglicht werden kann. Was viele Käufer beim Anblick junger Leguane im Zooladen nicht ahnen, ausgewachsen können sie Längen von bis zu zwei Metern erreichen. Allerspätestens dann haben fast alle Besitzer nicht mehr den Platz das Tier vernünftig unterzubringen. Doch es sind nicht nur Platzansprüche, die eine artgerechte Haltung erschweren. „Hohe Temperaturen wie im Herkunftsland, für das Knochenwachstum wichtiges UV-Licht und eine anspruchsvolle Ernährung, all das sind Dinge über die sich ein Käufer vorher informieren muss, um das Überleben des Tieres nicht zu gefährden“ erklärt Rogoschik weiter. Auch das Fundtier ist nicht nur durch das Aussetzen in einem denkbar schlechten Zustand, viele der Stacheln auf dem Rücken sind abgebrochen, ein großer Teil des Schwanzes ist mit mehreren Schichten schwarzer Häutungsreste überzogen und viele Narben alter Verletzungen zeugen von vermutlich schlechten Haltungsbedingungen. Laut CITES- Jahresstatistik 2008 wurden allein nach Deutschland etwa 15.000 Grüne Leguane legal importiert. „Das aktuelle Fundtier ist also nur eines von vielen und bei den Importzahlen machen wir uns Sorgen, wie wir in Zukunft die Unterbringung der steigenden Anzahl von Fundtieren bewerkstelligen sollen.“

Wer eventuell nähere Informationen zu diesem Tier geben kann, sollte sich unter der Telefonnummer 05373/6677 mit dem NABU-Artenschutzzentrum in Verbindung setzen.

 

Jetzt beginnt die Igelzeit

Leiferde, August 2010

 

Wirklich drollig sehen die drei kleinen Igeljungen aus, die seit wenigen Tagen das Team des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde auf Trab halten. Mit ihren vielen kleinen Stacheln, die allerdings nicht fester als Hundebarthaare sind und dem schrumpeligen Gesicht ist der Niedlichkeitsfaktor sehr hoch. In Ermangelung richtiger Igelmilch müssen die Kleinen aber alle zwei Stunden mit Ersatzaufzuchtmilch gefüttert werden. „Das ist sehr aufwändig und wir befürchten, dass es nicht bei den drei Jungen bleibt“ erläutert Anne Kessel, zuständig für die Umweltbildung im NABU-Artenschutzzentrum. „Täglich erreichen uns mehrere Anrufe von besorgten Menschen, die junge Igel im Garten gesichtet haben“ so Kessel weiter. Das ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung. Igeljunge werden bis Ende September geboren und sind in den folgenden Wochen, sobald sie etwas selbstständiger sind, auch tagsüber unterwegs. Da sie sich in relativ kurzer Zeit eine ausreichende Fettreserve für den Winter zulegen müssen, nutzen sie dazu jede Minute.

Auch wenn Sie einmal beobachten, dass die Jungen längere Zeit allein sind, sollten sie nicht aufgenommen werden, so der dringende Rat der Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums. Igel sind sehr vorsichtig, die Mutter hält sich wahrscheinlich gut versteckt in der Nähe auf und die Kleinen können sich gegenseitig wärmen. In Menschenhand haben die Jungen schlechtere Chancen zu überleben. „Uns fehlt die richtige Milch und von der Mutter können sie auf den nächtlichen Streifzügen viel für das Leben in freier Wildbahn lernen“, erläutert Kessel.

Sie können jedoch einiges tun, um Ihren Garten igelfreundlich zu gestalten. Kellerschächte und –treppen sollten abgedeckt sein oder so eingerichtet sein, dass ein hineingefallener Igel herausklettern kann. Erdbeernetze sind für Vögel und Igel eine große Gefahrenquelle und müssen auf jeden Fall entfernt werden. Auch auf im Garten freilaufende Hunde sollten Sie achten, solange die Jungigel auf Entdeckungstour sind.

Zur Unterstützung können Sie außerdem jederzeit Wasser anbieten, dass täglich gewechselt werden muss. „Zufüttern ist zu Zeit nicht notwendig, da die Igel genug Schnecken und Insekten finden“, so Bärbel Rogoschik, Leiterin des Zentrums. Es gibt kein spezielles Gewicht, ab dem Igel auf jeden Fall überwinterungsfähig sind. Aber ab etwa 300 Gramm ist ein junger Igel selbstständig und in der Lage in der Natur zu überleben.

Informationsmaterial zum Igel oder wie Sie einen igelfreundlichen Garten anlegen hält das NABU-Artenschutzzentrum für Sie während der täglichen Öffnungszeiten von 9 – 17 Uhr bereit.

 

 

Große Brachvögel ausgewildert

Leiferde, Juli 2010

 

Am Sonntag, den 19. Juli war es endlich soweit. Zwei Große Brachvögel konnten nach knapp 6-wöchiger Aufzucht erfolgreich ausgewildert werden. Die Tiere stammen aus der Gemarkung Edemissen, wo das Gelege bei Mäharbeiten entdeckt wurde.

Wie der Landwirt erklärte, flog ein Brachvogel beim Mähen kurz vor dem Trecker auf, woraufhin der Landwirt sofort sein Arbeitsgerät stoppte und den Jagdpächter verständigte. Bei der darauf folgenden Nachsuche wurde kurze Zeit später das Gelege gefunden, in dem sich neben drei Eiern ein bereits geschlüpfter Jungvogel befand. Da die noch ungemähte Fläche nun zu klein war, um noch ausreichend Deckung vor Feinden zu bieten, wurde das Gelege nach Absprache in das NABU-Artenschutzzentrum nach Leiferde transferiert.

Hier wurden die übrigen 3 Eier in die Brutmaschine gelegt, wo am folgenden Tag ein weiteres Küken schlüpfte. Da dieses Tier verkrümmte Zehen aufwies und nicht laufen konnte, wurden unter die Füße abwechselnd kleine Kunststoffplatten fixiert und somit die Zehen gespreizt. Eine Maßnahme die den gewünschten Erfolg brachte, denn am vergangenen Wochenende konnte beide Jungtiere völlig gesund ausgewildert werden.

 

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