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Aktuelle Pressemitteilungen
 

Fragwürdiges Regenwaldflair in Celle

Leiferde, August 2010

 

Vierter Grüner Leguan ins NABU-Artenschutzzentrum eingeliefert

 

Die Kapazitäten des Reptilienraums im NABU-Artenschutzzentrum sind restlos ausgeschöpft. Mittlerweile vier Grüne Leguane müssen darin neben zahlreichen anderen Exoten untergebracht werden.

Es ist erschreckend wie herzlos einige Tierbesitzer sich ihrer Tiere entledigen und der Fall des am 20.August gefundenen Grünen Leguans macht dies wieder einmal besonders deutlich. Am frühen Abend wurde das etwa sechzig Zentimeter große Tier an einem Wassergraben nordwestlich von Celle gefunden. Eine Spaziergängerin war mit ihren Hunden unterwegs, als sie die mittelamerikanische Echse im Gras entdeckte. Ohne zu zögern fing sie das Tier ein und brachte es zur Betreuungsstation nach Leiferde. Dort wird deutlich, welch großes Glück der Leguan hatte. „Noch längere Zeit bei Nachttemperaturen um 12 Grad hätte der aus dem tropischen Regenwald stammende, abgemagerte Leguan nicht überlebt“ so Bärbel Rogoschik Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums. Der Grüne Leguan gehört zu den beliebtesten Terrarientieren, obwohl ihm in den meisten Fällen keine artgerechte Haltung ermöglicht werden kann. Was viele Käufer beim Anblick junger Leguane im Zooladen nicht ahnen, ausgewachsen können sie Längen von bis zu zwei Metern erreichen. Allerspätestens dann haben fast alle Besitzer nicht mehr den Platz das Tier vernünftig unterzubringen. Doch es sind nicht nur Platzansprüche, die eine artgerechte Haltung erschweren. „Hohe Temperaturen wie im Herkunftsland, für das Knochenwachstum wichtiges UV-Licht und eine anspruchsvolle Ernährung, all das sind Dinge über die sich ein Käufer vorher informieren muss, um das Überleben des Tieres nicht zu gefährden“ erklärt Rogoschik weiter. Auch das Fundtier ist nicht nur durch das Aussetzen in einem denkbar schlechten Zustand, viele der Stacheln auf dem Rücken sind abgebrochen, ein großer Teil des Schwanzes ist mit mehreren Schichten schwarzer Häutungsreste überzogen und viele Narben alter Verletzungen zeugen von vermutlich schlechten Haltungsbedingungen. Laut CITES- Jahresstatistik 2008 wurden allein nach Deutschland etwa 15.000 Grüne Leguane legal importiert. „Das aktuelle Fundtier ist also nur eines von vielen und bei den Importzahlen machen wir uns Sorgen, wie wir in Zukunft die Unterbringung der steigenden Anzahl von Fundtieren bewerkstelligen sollen.“

Wer eventuell nähere Informationen zu diesem Tier geben kann, sollte sich unter der Telefonnummer 05373/6677 mit dem NABU-Artenschutzzentrum in Verbindung setzen.

 

Jetzt beginnt die Igelzeit

Leiferde, August 2010

 

Wirklich drollig sehen die drei kleinen Igeljungen aus, die seit wenigen Tagen das Team des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde auf Trab halten. Mit ihren vielen kleinen Stacheln, die allerdings nicht fester als Hundebarthaare sind und dem schrumpeligen Gesicht ist der Niedlichkeitsfaktor sehr hoch. In Ermangelung richtiger Igelmilch müssen die Kleinen aber alle zwei Stunden mit Ersatzaufzuchtmilch gefüttert werden. „Das ist sehr aufwändig und wir befürchten, dass es nicht bei den drei Jungen bleibt“ erläutert Anne Kessel, zuständig für die Umweltbildung im NABU-Artenschutzzentrum. „Täglich erreichen uns mehrere Anrufe von besorgten Menschen, die junge Igel im Garten gesichtet haben“ so Kessel weiter. Das ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung. Igeljunge werden bis Ende September geboren und sind in den folgenden Wochen, sobald sie etwas selbstständiger sind, auch tagsüber unterwegs. Da sie sich in relativ kurzer Zeit eine ausreichende Fettreserve für den Winter zulegen müssen, nutzen sie dazu jede Minute.

Auch wenn Sie einmal beobachten, dass die Jungen längere Zeit allein sind, sollten sie nicht aufgenommen werden, so der dringende Rat der Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums. Igel sind sehr vorsichtig, die Mutter hält sich wahrscheinlich gut versteckt in der Nähe auf und die Kleinen können sich gegenseitig wärmen. In Menschenhand haben die Jungen schlechtere Chancen zu überleben. „Uns fehlt die richtige Milch und von der Mutter können sie auf den nächtlichen Streifzügen viel für das Leben in freier Wildbahn lernen“, erläutert Kessel.

Sie können jedoch einiges tun, um Ihren Garten igelfreundlich zu gestalten. Kellerschächte und –treppen sollten abgedeckt sein oder so eingerichtet sein, dass ein hineingefallener Igel herausklettern kann. Erdbeernetze sind für Vögel und Igel eine große Gefahrenquelle und müssen auf jeden Fall entfernt werden. Auch auf im Garten freilaufende Hunde sollten Sie achten, solange die Jungigel auf Entdeckungstour sind.

Zur Unterstützung können Sie außerdem jederzeit Wasser anbieten, dass täglich gewechselt werden muss. „Zufüttern ist zu Zeit nicht notwendig, da die Igel genug Schnecken und Insekten finden“, so Bärbel Rogoschik, Leiterin des Zentrums. Es gibt kein spezielles Gewicht, ab dem Igel auf jeden Fall überwinterungsfähig sind. Aber ab etwa 300 Gramm ist ein junger Igel selbstständig und in der Lage in der Natur zu überleben.

Informationsmaterial zum Igel oder wie Sie einen igelfreundlichen Garten anlegen hält das NABU-Artenschutzzentrum für Sie während der täglichen Öffnungszeiten von 9 – 17 Uhr bereit.

 

 

Große Brachvögel ausgewildert

Leiferde, Juli 2010

 

Am Sonntag, den 19. Juli war es endlich soweit. Zwei Große Brachvögel konnten nach knapp 6-wöchiger Aufzucht erfolgreich ausgewildert werden. Die Tiere stammen aus der Gemarkung Edemissen, wo das Gelege bei Mäharbeiten entdeckt wurde.

Wie der Landwirt erklärte, flog ein Brachvogel beim Mähen kurz vor dem Trecker auf, woraufhin der Landwirt sofort sein Arbeitsgerät stoppte und den Jagdpächter verständigte. Bei der darauf folgenden Nachsuche wurde kurze Zeit später das Gelege gefunden, in dem sich neben drei Eiern ein bereits geschlüpfter Jungvogel befand. Da die noch ungemähte Fläche nun zu klein war, um noch ausreichend Deckung vor Feinden zu bieten, wurde das Gelege nach Absprache in das NABU-Artenschutzzentrum nach Leiferde transferiert.

Hier wurden die übrigen 3 Eier in die Brutmaschine gelegt, wo am folgenden Tag ein weiteres Küken schlüpfte. Da dieses Tier verkrümmte Zehen aufwies und nicht laufen konnte, wurden unter die Füße abwechselnd kleine Kunststoffplatten fixiert und somit die Zehen gespreizt. Eine Maßnahme die den gewünschten Erfolg brachte, denn am vergangenen Wochenende konnte beide Jungtiere völlig gesund ausgewildert werden.

 

 

Nachtwanderung für Kinder

Waldohreule

Leiferde, Juli 2010

 

Am Sonnabend, den 31.07.2010, bietet das NABU-Artenschutzzentrum von 21.30 bis 23.30 Uhr eine Nachtwanderung für Kinder an. Wir schärfen all unsere Sinne mit denen wir uns in der Dunkelheit orientieren können und machen uns dann auf den etwa drei Kilometer langen Weg. Wie orientieren sich die Jäger der Nacht wie Eulen oder Fledermäuse und wie gelingt es den Beutetieren zu flüchten? Wie wirkt die Welt, die wir bei Tageslicht so gut kennen, in völliger Dunkelheit? Um unsere Sinne zu testen, gibt es verschiedene spannende Aufgaben entlang des Weges zu lösen. Unter der fachkundigen Leitung von Andreas Roxlau werden die Teilnehmer außerdem Interessantes zur Lebensweise der Tiere der Nacht erfahren.

Zu dieser spannenden nächtlichen Entdeckungsreise sind Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren eingeladen, wobei die Eltern gerne mit von der Partei sein können. Treffpunkt ist der Parkplatz im Naturschutzgebiet Viehmoor. Um telefonische Anmeldung unter 05373/ 6677 (Montag bis Freitag 8.30 – 11.30 Uhr) bis spätestens 29. Juli wird gebeten. Das Mitbringen einer Taschenlampe ist empfehlenswert. Die Kosten betragen pro Kind 8 Euro.

 

 

Schnecken entdecken

Weinbergschnecke

Leiferde, Juli 2010

 

Am Freitag, den 30. Juli, findet um 15.00 Uhr im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde die Veranstaltung „Schnecken entdecken“ statt.

Mit Schale oder ohne, im Wasser oder an Land, auf dem Teller des Feinschmeckers o-der auf dem Salatkopf im Garten, auf Schnecken trifft man überall. Seit 500 Millionen Jahren leben sie auf der Erde und mittlerweile gibt es etwa 40.000 unterschiedliche Arten.

Für neugierige Forscher, denen keine Schleimspur zu eklig ist, wird dieses Seminar eine spannende Entdeckungsreise ins Land der Wirbellosen. Denn wer noch nicht wusste, dass Schnecken auch Haare haben können und manche Arten räuberisch leben, der wird hier eine Menge Neues aus der Welt der Schnecken lernen.

Die Veranstaltung unter fachkundiger Leitung von Walter Wimmer beginnt um 15.00 Uhr direkt im NABU-Artenschutzzentrum und endet dort um 18.00 Uhr. Dieses Programm ist geeignet für Kinder ab 7 Jahren. Eine telefonische Anmeldung unter 05373/ 6677 bis zum 28. Juli ist erforderlich und der Kostenbeitrag beläuft sich auf 11 Euro.

 

 

"Wir sind komplett ausgelastet, nichts geht mehr"

Leiferde, Juli 2010

 

Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde verhängte heute einen Aufnahmestopp für einheimische Jungvögel. Aufgrund der heißen Witterung werden viele aus dem Nest gefallene oder geflüchtete Jungvögel in Leiferde abgegeben, die dann vom Leiferder Team aufgepäppelt und versorgt werden müssen. Grundsätzlich gilt aber, dass verletzte Wildtiere weiterhin vom NABU-Artenschutzzentrum aufgenommen werden.

 

Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums teilte heute (14. Juli) mit, dass die Station zur Zeit keine neuen Jungvogel-Pfleglinge mehr aufnehmen kann: "Die vergangenen drei Tage bescherten uns 92 Neuzugänge, bei 85 davon handelt es sich um nestjunge Vögel, die alle 20 Minuten von morgens 6.00 Uhr bis abends 22.00 Uhr versorgt werden müssen, das bedeutet über 4.000 Fütterungen pro Tag zusätzlich." Unter den Pfleglingen im NABU-Artenschutzzentrum sind aktuell zum Beispiel 60 Mauersegler sowie über 30 Mehlschwalben. Bärbel Rogoschik erklärte: "Ein solch starkes Auftreten dieser Art von Notfällen ist bei uns noch nie aufgetreten. Die Hitze setzt nicht nur den Menschen zu. Gerade ältere und jüngere Tiere können vielfach die Wärme schlecht vertragen."

 

Mauersegler nisten hautsächlich an oder in mehrstöckigen Wohnhäusern, Kirchtürmen oder Fabrikgebäuden. Hohlräume unter den Dächern werden von ihnen gerne zur Jungenaufzucht genutzt. Die Hitze der letzten Tage führt dazu, dass sich die Dachböden sehr stark aufheizen und zahlreiche Jungvögel lieber den Weg ins Freie suchen, und dies obwohl sie vielfach noch nicht fliegen können. Gründliche Lüftung der Dachböden durch Öffnen der Fenster und Lucken könne, gerade nachts, für ein wenig Abkühlung sorgen, betonte Bärbel Rogoschik.

 

Auch zahlreiche Mehlschwalbennester bröckeln bei dieser Hitze von den Hauswänden. Hier kann ein schnelles Aufhängen einer künstlichen Nisthilfe für Mehlschwalben an derselben Stelle, Rettung für das Nest und auch für Jungvögel bedeuten.

 

Neben den zahlreichen Jungvögeln und Säugern, die Tag und Nacht im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde versorgt werden, sind auch zahlreiche ausgesetzte Reptilien zu versorgen, die in den vergangenen Wochen zum Urlaubsbeginn ausgesetzt worden waren. So wurden allein am gestrigen Dienstag beispielsweise drei Schildkröten und eine Schlange als Fundtiere aufgenommen.

 

 

 

Naturkundliche Viehmoorexkursion

Vierflecklibelle

Leiferde, Juli 2010

 

Am Sonntag, den 11.07.2010, bietet das NABU-Artenschutzzentrum eine Exkursion in das Naturschutzgebiet „Viehmoor“ bei Leiferde an. Das etwa 360 ha große Naturschutzgebiet setzt sich zusammen aus Wald- und Wiesenbereichen und einer ca. 36 ha großen Teichlandschaft, welche auch Ziel der etwa 2-stündigen, von Joachim Neumann fachkundig geleiteten Wanderung sein wird. Ein Schwerpunkt der Exkursion liegt wie immer auf den Lautäußerungen heimischer Singvögel. Neben den Singvögeln lassen sich zumeist zahlreiche weitere, häufig auch seltene Tierarten beobachten, die den besonderen ökologischen Wert des Viehmoores erkennen lassen.

Wer Interesse an dieser schönen Exkursion hat, sollte sich in der Woche vormittags telefonisch unter 05373/6677 im NABU-Artenschutzzentrum anmelden. Treffpunkt ist um 9.00 Uhr auf dem Parkplatz des NABU-Artenschutzzentrums, die Kosten liegen bei 8 € für Erwachsene und 5 € für Jugendliche.

 

 

Ferienspaß im Juli

Beim Tümpeln gibt es Spannendes unter der Wasseroberfläche zu entdecken!

Leiferde, Juli 2010

 

Auch in der zweiten Julihälfte bietet das NABU-Artenschutzzentrum ein abwechslungsreiches Ferienspaßprogramm an.

 

Los geht’s am Dienstag den 13. Juli um 14 Uhr unter dem Motto „Von Urzeitkrebsen und anderen Minimonstern“. Beim „Tümpeln“ im Teich lernen die kleinen Forscher Lebewesen aus unseren Gewässern kennen. Wir erfahren etwas über die abenteuerlichen Formen und Namen dieser Tiere und wie sie es schaffen im Wasser zu überleben. Als Highlight bekommt jedes Kind zum Abschluß Dino-Krebseier, Futter und eine Aufzuchtanleitung für zu Hause mit.

Diese Veranstaltung ist für Kinder ab 6 Jahren geeignet und findet in der Zeit von 14 bis 16 Uhr statt. Eine telefonische Anmeldung sollte bis zum 9. Juli unter 05373/ 6677 (Montag bis Frei-tag von 8.30 – 11.30 Uhr) erfolgen. Die Kosten für jeden Teilnehmer liegen bei 10 Euro.

 

Am Freitag den 23. Juli geht’s abends um 21 Uhr spannend weiter. „Auf den Spuren von Batman und Co.“ begeben wir uns auf eine Nachtwanderung ins Viehmoor. Unter der fachkundigen Leitung von Andreas Roxlau erfahren Kinder und Erwachsene Interessantes über die einzigen fliegenden Säugetiere, wie sie leben, was sie fressen und welche Arten überhaupt bei uns vorkommen. Mit einem Bat-Detektor ausgerüstet, erkennen wie die unterschiedlichen Fledermausarten an ihren Lautäußerungen. Die Veranstaltung endet etwa um 23.30 Uhr. Eine telefonische Anmeldung bis zum 21. Juli unter 05373/6677 (Montag bis Freitag 8.30 bis 11.30 Uhr) ist notwendig. Die Kosten für Erwachsene betragen 9 Euro für Kinder 5 Euro. Bitte bringen Sie eine Taschenlampe mit.

 

Auch am 24. Juli sind wir ab 15.30 Uhr wieder im Viehmoor. Diesmal heißt es „Wasserdetektive unterwegs“. Entlang der Teiche werden wir mit Kescher und Becherlupe ausgerüstet viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten aufspüren. Kleine Experimente unter der fachkundigen Leitung von Andreas Roxlau sollen den jungen Forschern zeigen, wie es den Wasserbewohnern gelingt, hier zu überleben. Damit die kleinen Teilnehmer im Alter von 7 bis 11 Jahren keine nassen Füße bekommen, sind Gummistiefel unerlässlich. Eine telefonische Anmeldung unter 05373/6677 (Montag bis Freitag 8.30 bis 11.30 Uhr) ist bis spätestens 22. Juli notwendig. Die Veranstaltung endet um 17.30 Uhr und kostet 8 Euro pro Kind.

 

 

Im Sommer unerwünscht

Diese Kornnatter wurde als Fundtier vor 2 Tagen im Zentrum abgeliefert

Leiferde, Juni 2010

 

Für den Dackel gibt es ausgewiesene hundefreundliche Hotels. Das Meerschwein kann bei Oma bleiben und die Ratten übernimmt eine Freundin. Aber mit der Schildkröte im Gepäck nach Italien fliegen? Das kann sich kaum jemand vorstellen. Wer jedoch ein solches Haustier besitzt, hat damit im Falle einer Wasserschildkröte die Verantwortung für ein mindestens 40- jähriges Leben übernommen. So lange möchte wohl niemand auf den Sommerurlaub verzichten. Doch wohin mit exotischen Haustieren, für die es keine „Pfötchenpension“ gibt?

„Die Lösung scheint für manche Menschen recht einfach“, so Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums „wir merken sofort, wann die Sommerferien nahen, denn dann steigen die Zahlen exotischer Fundtiere bei uns sprunghaft an“. In den vergangenen zwei Wochen wurden fünf große Wasserschildkröten abgegeben, die in fremden Gärten bzw. der freien Natur gefunden wurden und ganz aktuell wurde einen Tag nach Ferienbeginn eine junge Kornnatter ins Zentrum gebracht. Offenbar glauben einige Besitzer, weil eine Wasserschildkröte bei Ihnen im Gartenteich lebt, wäre sie auch in einem Badesee gut aufgehoben. Doch exotische Haustiere wie Leguan, Bartagame oder Schmuckschildkröte stammen aus heißen Regionen wie Florida oder Australien. Den Sommer mögen sie noch gut überstehen, aber Temperaturen um den Gefrierpunkt im Winter gefährden ihr Leben erheblich. Was viele Besitzer überrascht, Schildkröten sind schneller als ihr Ruf und noch dazu wahre Ausbruchskünstler. Zu den lieblos ausgesetzten Tieren gesellen sich so auch immer wieder entflohene Haustiere.

Die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums befürchten für die nächsten Wochen weitere exotische Neuzugänge, denn die Ferien haben ja gerade erst begonnen. Doch „unsere Kapazitäten Exoten aufzunehmen sind begrenzt und außerdem fehlt uns dann der Platz für wahre Notfälle“ erklärt Rogoschik.

Die Naturschützer vom NABU-Artenschutzzentrum raten dazu sich wirklich umfassend über die Bedürfnisse eines Haustieres zu informieren, egal ob es sich um ein Kaninchen oder eine Schildkröte handelt. Dazu gehört in jedem Fall die Überlegung, wo man es unterbringen kann, während man im Urlaub oder auch mal im Krankenhaus ist.

 

 

Natternhemd und Brillenschlange - Schlangen entdecken im NABU-Artenschutzzentrum

Wie fühlt sich eine Schlange an?

Leiferde, Juni 2010

 

Am Donnerstag den 8. Juli bietet das NABU-Artenschutzzentrum in der Zeit von 10.00 bis 12.00 Uhr eine Ferienspaßaktion zum Thema „Typisch Schlange“ an.

Wer kennt sie nicht, die Schlange Kaa aus Disney´s Dschungelbuch? Wie sie mit ihrem kreisenden Blick versucht Mowgli zu hypnotisieren, um ihn dann einzuwickeln und zu fressen. Aber stimmt das denn überhaupt? Würde ein Königspython ein Kind angreifen, es gar hypnotisieren? Wie groß werden Schlangen eigentlich, sind sie auch ein wenig eitel wie die Zeichentrickschlange und lispeln sie wirklich wegen der gespaltenen Zunge? All diesen und anderen Fragen werden wir bei der Veranstaltung für Kinder ab sechs Jahren nachgehen. Außerdem basteln wir uns eine eigene „Hausschlange“ und lernen natürlich einige züngelnde Bewohner des Zentrums hautnah kennen. Die telefonische Anmeldung unter 05373/ 6677 (Montag bis Freitag von 8.30 – 11.30 Uhr) sollte bis spätestens 6. Juli erfolgen. Die Teilnahme kostet 8 Euro pro Kind.

 

 

 

Das emsige Treiben der Bienen beobachten

Imker Klatt bei der Ferienspaßaktion

Leiferde, Juni 2010

 

Das NABU-Artenschutzzentrum bietet am 1. und 6. Juli jeweils von 14 - 16 Uhr Ferienspaßveranstaltungen zum Leben der Bienen an.

Wusstest du schon, dass 20 Bienen zusammen so viel wiegen wie ein Gummibärchen? Dass eine Bienenkönigin vier bis fünf Jahre alt wird oder dass eine Biene in zwei Minuten einen Kilometer zurücklegen kann? Wenn du noch mehr über das Leben dieser spannenden Insekten wissen möchtest, ihren leckeren Honig probieren willst und aus Bienenwachs kleine Figuren basteln möchtest, dann bist du bei dieser Veranstaltung genau richtig.

Unter der fachkundigen Leitung des Imkers Helmut Klatt findet am Donnerstag den 1. Juli „Leben im Wachsstaat der Bienen“ für ältere Kinder zwischen 9 und 13 Jahren statt. Eine telefonische Anmeldung unter 05373/ 6677 (Montag bis Freitag von 8.30 – 11.30 Uhr) ist bis spätestens 29. Juni erforderlich.

 

Am Dienstag den 6. Juli folgt dann „Fleißig wie die Bienen“ für die Kleineren von 6 bis 8 Jahren. Die telefonische Anmeldung hierfür sollte bis zum 5. Juli erfolgen. Beide Ferienspaßaktionen beginnen um 14 Uhr im NABU-Artenschutzzentrum und enden dort um 16 Uhr. Die Kosten belaufen sich auf 6 Euro pro Kind.

 

 

 

Von Schlafmäusen und Bauernregeln

Leiferde, Juni 2010

 

„Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, regnets ganze sieben Wochen“. Am 27. Juni ist Siebenschläfer-Tag und nach einer alten Bauernregel ist das Wetter an diesem Tag Omen für den ganzen Sommer.

Mit der auf Obstwiesen und in alten Wäldern vorkommenden Schlafmaus, eher als Siebenschläfer bekannt, hat dieser Tag jedoch nichts zu tun. Die grauen, etwa eichhörn-chengroßen Siebenschläfer sind nachtaktive Tiere. Die wendigen Kletterer können sich mithilfe ihres hoch empfindlichen Geruchs- und Gehörsinns mühelos im Dunkeln orientieren. Der Name ist Programm: In selbstgebauten Nestern oder Vogelnistkästen halten die Nagetiere von Ende September bis Anfang Mai Winterschlaf, erwachen somit also einige Wochen vor dem eigentlichen Siebenschläfertag. Der Siebenschläfer ist auf naturnahe Wälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil angewiesen. Solche Lebensräume werden immer seltener. Dementsprechend haben nur wenige Leute schon mal einen Siebenschläfer gesehen. Obwohl er sich durchaus auch auf Dachböden niederlässt und dort dann Lärm machen kann, als würde es sich um einen Einbrecher handeln. Die Zahl der aufgenommen Siebenschläfer im NABU-Artenschutzzentrum hingegen nimmt stetig zu. Allein im Jahr 2009 wurden hier 29 der kleinen Nager gepflegt, da sie sich recht ungünstige Winterquartiere wie z.B. den Aktenschrank eines Stadtarchivs oder eine kleine Höhle unter den wackeligen Bodenplatten eines Bahnsteiges ausgewählt hatten.

Der Name des Tages geht zurück auf eine Legende, nach der im 3. Jahrhundert sieben Brüder vor religiöser Verfolgung in eine Höhle flohen und dort auf Befehl des Kaisers Decius eingemauert wurden. Die Brüder fielen in einen tiefen Schlaf und erwachten etwa 200 Jahre später an einem 27. Juni als ein Bauer die Mauer öffnete, um die Höhle als Stall zu nutzen. Ähnlich wie die Brüder schlafen auch die Siebenschläfer eine lange Zeit. Die Legende und die alte Bedeutung des Wortes „sieben“, was mit „viel“ oder „lang“ übersetzt werden kann, haben der Schlafmaus schließlich ihren Namen eingebracht.

 

 

Taufe der "Wilden" vom Schornstein

Leiferde, Juni 2010

 

Hasengruppe des DRK-Kindergartens Leiferde gab den Jungstörchen auf dem Schornstein Namen

 

Am Montag den 7. Juni war es so weit. Nachdem die Jungstörche zwei Tage zuvor beringt worden waren, erhielten sie am Montag den 7. Juni ihre Namen. Namensvorschläge konnten von Kindergärten und Grundschulklassen bei der Gifhorner Rundschau eingereicht werden.

Der Gewinner war der DRK Kindergarten Purzelbaum. Die dortige „Hasengruppe“ hatte 3 Namensvorschläge für die Störche eingereicht und erhielt den Zuschlag. Somit heißen die diesjährigen Jungstörche vom Schornstein Fritzchen, Frederike und Finchen. „Sehr passend, wie Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum findet, da die Eltern Frieda und Friedolin heißen“.

Zur Taufe wurden die Kinder mit einem Minimaus-Bus abgeholt. Bei einer Führung über das Gelände des NABU-Artenschutzzentrums lernten die 3 bis 5-jährigen einige der Pfleglinge kennen. Sie sahen unter anderem wie schnell eine Landschildkröte fressen kann oder merkten, wie laut Papageien sein können.

Bei der Storchentaufe hängten die Kinder selbst gebastelte Namensschilder über die Köpfe von 3 Storchenfiguren. Als Abschiedsgeschenk erhielt jedes der 26 Kinder Informationen zum Weißstorch und einen Bastelbogen für ein Storchenmobile.

 

 

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